Spaß auf der Piste und ein bisschen relaxen, das wollten sich zwei Freunde aus dem Bezirk Murtal am Wochenende in Obertauern gönnen. Nach dem Skifahren feierten sie am Samstag noch ein bisschen, danach ging es ab ins Hotelzimmer. Während der 23-Jährige einschlief, war seinem Freund offenbar langweilig. Er marschierte um 4.45 Uhr in die Hotel-Tiefgarage, schnappte sich den nagelneuen VW Passat seines Freundes - die Schlüssel steckten - und unternahm damit eine Spritztour.
"Der Lenker hatte einen Schutzengel"
Über die Bundesstraße raste er Richtung Untertauern. Doch schon nach kurzer Fahrt kam er links von der Straße ab. Der Wagen prallte unmittelbar bei einem 200 Meter tiefen Abgrund gegen eine Leitschiene. "Der Lenker hatte einen Schutzengel. Die Leitschiene bog sich nach unten, normalerweise hätte sie das Auto durchbohrt. Und wäre er nur wenige Meter weiter abgekommen, wäre das Auto in die Tiefe gestürzt", sagt Ermittler Erich Fuchs vom Polizeiposten in Obertauern. Der junge Fahrer blieb unverletzt und marschierte einfach zu Fuß zurück ins Hotel. Dort legte er sich seelenruhig neben seinen Freund schlafen.
Autofahrer entdeckte Wrack im Schnee
"Ein anderer Autofahrer entdeckte das Wrack wenig später und alarmierte uns", erzählt Fuchs. Die Beamten konnten Kontakt zum Vater des Autobesitzers aufnehmen. "Wir dachten ja, dem Mann ist etwas passiert. Dank des Vaters konnten wir das Hotel ausfindig machen, in dem die zwei eingemietet waren." Um 7.15 Uhr trafen die Beamten im Hotel ein. Sie riefen mehrmals am Handy des Autobesitzers an. "Im Zimmer hörten wir das Telefon klingeln, es meldete sich aber niemand. Da wir nicht wussten, ob es dem Herrn gut geht, sperrte uns das Zimmermädchen die Tür auf."
Die beiden Steirer schliefen in ihren Betten. Während der Autobesitzer völlig geschockt darauf reagierte, dass sein 39.000 Euro teurer VW Passat zu Schrott gefahren worden war, gab sein Freund nach anfänglichem Zögern die Fahrt zu. Ein Alkotest bei dem 22-Jährigem ergab noch immer 1,74 Promille.
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