Schwimmen in der Seine bei Olympia – das war für Julia Hauser und Lisa Perterer ein unvergessliches Erlebnis, im guten wie im schlechten. Die beiden Österreicherinnen landeten im Triathlon als 32. und 50. im geschlagenen Feld. Zum Verhängnis wurde beiden das Schwimmen, weniger wegen möglicher Bakterien als wegen der Strömung.
Um vier Uhr früh hatte der Tag für Hauser und Perterer bereits begonnen. Da erfuhren sie auch die Nachricht: Die Triathlon-Bewerbe finden statt, inklusive Schwimmen in der Seine. Für Hauser kein Problem: „Wir mussten uns natürlich darauf einstellen, dass der Wettkampf ist.“ Der Wienerin wäre insgeheim wohl lieber gewesen, das Schwimmen wäre gestrichen, der Triathlon in einen Duathlon gewandelt worden. Schließlich ist die erste Teildisziplin ihre Schlimmste.
Für Bedenken während der Wasserqualität war keine Zeit, kein Platz. Um Punkt 8 Uhr stürzten sie sich nahe des Pont Invalides in die Seine. Auf einem etwas anderen Kurs, als ursprünglich angenommen. Das ganze Feld wurde von Beginn an ganz rechts ans Ufer gedrängt, das Schwimmen wurde das erwartete Problem. „Die Strömung war extrem stark, ich bin immer wieder etwas zur Seite abgedrängt worden“, haderte Hauser. So stieg die Wienerin erst als 44. aus dem Wasser, mit bereits zweieinhalb Minuten Rückstand.
Noch schlimmer erging es Landsfrau Perterer, die sogar fast sechs Minuten aufriss. „Besonders bei den roten Bojen war es brutal mit der Strömung. Ich habe richtig Panik bekommen“, berichtete sie von den wahren Problemen der Seine. „Ich habe hundert Mal ans Aufgeben gedacht, mich dann aber durchgekämpft.“
Stürze im Radrennen
So war der Bewerb schon früh für das rot-weiß-rote Duo gelaufen. „Wäre ich eine Radgruppe weiter vorne gewesen, wäre noch etwas drin gewesen“, schätzte Hauser. „So war der Abstand zu groß, dann sind auch noch drei Fahrerinnen gestürzt, das hat mich auch aufgehalten.“ Denn die Radstrecke, nass von einem frühen Regen, erwies sich als äußerst gefährlich. Im Laufen, ihrer Domäne, machte Hauser noch einige Plätze gut, klassierte sich als 32., fast sieben Minuten hinter der siegreichen Lokalmatadorin Cassandre Beaugrand.
„Es war natürlich nicht das Rennen, das ich erwartet habe, aber auf jeden Fall ein Erlebnis“, resümierte Hauser zwiegespalten. „Die Atmosphäre war gewaltig.“
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