In Wiener Öffis

Mahrer: “2,5 Mio. Fahrgäste, aber wenige Delikte”

Österreich
10.01.2013 10:02
Seit Wochen füllen dramatische Vorfälle in den öffentlichen Verkehrsmitteln die Schlagzeilen, ein Kriminalitätsproblem in den Wiener Öffis sieht die Polizei allerdings nicht. Ganz im Gegenteil: "Jeden Tag fahren in Wien 2,5 Millionen Passagiere in den Wiener öffentlichen Verkehrsmitteln. Im Verhältnis dazu haben wir sehr wenige Delikte", so Karl Mahrer, stellvertretender Landespolizeidirektor. Wie hoch allerdings die Zahl an Gewaltverbrechen in den Öffis ist, ist nicht bekannt. Der Grund: Es gibt keine eigene Statistik dazu.

Es habe in jüngster Vergangenheit sieben aufsehenerregende Verbrechen im Bereich der Öffis gegeben, von denen sechs geklärt worden seien, so Mahrer. "Wir haben uns diese Delikte auch genau angesehen und unser Verhalten genau analysiert. In allen diesen Fällen waren Polizeibeamte innerhalb von zwei bis vier Minuten am Tatort", erklärte der Beamte.

U-Bahn-Polizei für Mahrer kein Thema
Täglich seien 300 Mitarbeiter der Wiener Linien im Dienste der Fahrgäste und damit auch der Sicherheit unterwegs. Dazu kommen die Beamten der Bereitschaftspolizei, von denen jeden Tag 40 im Einsatz sind. Überlegungen zu einer eigenen U-Bahn-Polizei gibt es dem Spitzenbeamten zufolge nicht. Nicht zuletzt aufgrund dieser Zahlen sieht man die Situation in der Wiener U-Bahn bei der Exekutive etwas entspannter, als sie derzeit öffentlich dargestellt wird.

Zahl der Diebstähle und Überfälle rückläufig
Die verfügbaren Daten aus der Kriminalstatistik weisen jedenfalls nicht auf ein wachsendes Problem hin. Im Gegenteil: Demnach sind im Bereich der öffentlichen Verkehrsmittel in Wien im Jahr 2010 insgesamt 53 Raube angezeigt worden. 2011 waren es 49, in den ersten drei Quartalen 2012 waren es 33. Auch die Zahl an Diebstählen weisen laut Statistik auf einen Rückgang hin: 2010 wurden 8.467 derartige Delikte angezeigt, 2011 gab es 7.658, und in den ersten drei Quartalen 2012 wurden 4.147 Diebstähle in den Öffis registriert. 

Den Rückgang bei Raubüberfällen und Diebstählen führt Mahrer vor allem auf zwei Faktoren zurück: einerseits auf die verstärkte Präsenz von Polizei und Mitarbeitern der Wiener Linien, andererseits auf die immer umfassendere Videoüberwachung in U- und Straßenbahnen sowie Bussen.

Allerdings: Konkrete Angaben, wie es um die Häufigkeit von Gewaltverbrechen, wie schwere Körperverletzung oder Sittlichkeitsdelikte, im öffentlichen Verkehr bestellt ist, konnte der stellvertretender Landespolizeidirektor nicht machen. Dazu gibt es keine eigene Statistik.

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