Größter Verlierer der Schattenwirtschaft ist der Staat, dem durchschnittlich 2,5 Milliarden Euro an Einnahmen vor allem in Form von Sozialversicherungsbeiträgen im Jahr entgehen. Die Steuerverluste hingegen würden sich in Grenzen halten, da das schwarz verdiente Geld sofort wieder in der offiziellen Wirtschaft ausgegeben werde, erklärte Schneider, Professor an der Johannes-Kepler-Universität Linz, am Mittwoch im Ö1-"Morgenjournal".
Wohnungsrenovierung an der Spitze
Laut einer aktuellen, von Schneider am Dienstag präsentierten Studie wird am häufigsten bei der Wohnungsrenovierung an der Steuer vorbeigearbeitet. Danach folgen Autoreparaturen, Elektroarbeiten, Schönheitspflege, Hausbau und Umbau, Hausarbeiten, Nachhilfestunden und Gartenarbeiten. Ansteigend ist der Anteil der Schwarzarbeit in der Altenpflege.
Österreichweit gesehen pfuschen die Wiener am meisten, gefolgt von den Oberösterreichern und den Niederösterreichern. Dabei zeigt sich: je schlechter die Wirtschaftslage, desto häufiger der Pfusch. Denn viele Menschen, die keinen Job finden, bessern ihr Einkommen demnach mit Schwarzarbeit auf.
Pfusch wird als Kavaliersdelikt gesehen
Bei der österreichischen Bevölkerung stößt das Pfuschen weiterhin auf großes Verständnis. Laut einer Umfrage aus dem Vorjahr liegt Schwarzarbeit unverändert an der Spitze der akzeptierten Kavaliersdelikte. 44 Prozent der Österreicher zeigen sich dahingehend kulant. Für 31 Prozent sei es durchaus okay, auch selbst der Schwarzarbeit nachzugehen, erklärte Schneider.
Für den Ökonomen ist die Schwarzarbeit generell ein zweischneidiges Schwert. Denn während der Staat und die Sozialversicherungsträger als großer Verlierer dastehen, belebe der Pfusch auch große Teile der Wirtschaft. "Vom Pfusch profitieren die Wirtschaft und wir alle", so Schneider. "Viele Häuser und Eigenheime gäbe es ohne Pfusch nicht." Außerdem: Der Großteil der Schwarzarbeit werde von Leuten erledigt, die in der legalen Wirtschaft beschäftigt sind. "Sie zahlen ganz normal Steuern - und versteuern nur die schwarz geleisteten Überstunden nicht."
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