Echt Wild! Einen der wohl prächtigsten Spaziergänger kümmert weder der Verkehr, noch „fremdelt“ er besonders: Der Pfau „Burli“, der aber auch „Pauli“ genannt wird, ist bereits seit rund zehn Jahren auf der Flucht. Sein „Leben auf der Straße“ wurde nun wieder einmal dokumentiert, als er durch die Horner Innenstadt im Waldviertel „bummelte“.
Zähflüssiger, stockender Verkehr in der Horner Innenstadt – gäbe es einen Gemeinde-Horn-Verkehrsfunk, wäre diese Meldung am Freitag gegen 10 Uhr vormittags mit Garantie zu vernehmen gewesen. Denn im innerstädtischen Bereich der Wiener Straße ging phasenweise gar nichts mehr.
Doch weder Klimakleber, eine kommunale Pride-Parade, eine Baustelle noch sonstiges Ungemach waren der Grund für das Stocken des Verkehrs, sondern schlichtweg ein Vogel. Nun mag manch einer denken, dass ein „Vogel“, nämlich jener hinter dem Lenkrad, oft Schuld an einem Stau trägt. Doch diese Annahme ist falsch. Ein prächtiger, ausgewachsener Vertreter der Gattung Pfau (Pavo cristatus) nutzte die angenehmen Außentemperaturen für einen gemütlichen City-Bummel. Des Autofahrers Leid war des Passanten Freud – zumal der Pfauen-Ausflug die Möglichkeit für erheiternde Film- und Fotoaufnahmen bot.
Flucht vor zehn Jahren
Der Vogel selbst ist in Horn jedoch kein Unbekannter. Er ist das letzte verbliebene Exemplar einer ehemals sechsköpfigen und zwölf-flügeligen Gruppe, die sich vor rund zehn Jahren nach der Flucht aus einem Gehege in der Bezirksstadt häuslich einrichtete. Viele Bürger schlossen die Tiere in ihre Herzen und versorgten die stattlichen Vögel mit Nahrung und Wasser.
Spiegel- und Verkehrsopfer
Doch ein Pfau (aus der Familie der fasanartigen Vögel) ist ein Wildtier und verhält sich auch so. Mit problematischen Folgen für das Tier selbst und einige Bewohner der Stadt. Denn die durchaus streitbaren Vögel dürften zum Beispiel ihre Freude daran haben, Autospiegel zu attackieren – wie einige Horner berichten können. Apropos Auto: Eines der Tiere wurde nachweislich im Zuge eines Zusammenstoßes mit einem Fahrzeug getötet.
Über den Verbleib der anderen vier Pfaue kann nur gemutmaßt werden. Eine anonym bleiben wollende Pfauenfreundin äußert gegenüber der „Krone“ gar den Verdacht, sie könnten umgebracht worden sein.
Tierschützer wollten „Burli“ fangen
Dieses Schicksal oder jenes, im Verkehr zu sterben, wollte man dem letzten überlebenden Tier, das liebevoll „Pauli“ oder auch „Burli“ genannt wird, ersparen. Doch sämtliche Fangversuche blieben bisher ergebnislos, der Pfau ist nämlich geschickt, schnell und auch ziemlich schlau. Natürlich wäre eine groß angelegte Profi-Fangaktion erfolgreicher, aber da dieses „Wildtier“ niemandem gehört, kommt dafür auch niemand auf. Daher kann man alle Verkehrsteilnehmer in Horn zum Schutze „Paulis“ nur um eines bitten: „Schau genau, da läuft vielleicht ein Pfau.“
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