Mitfavorit Alexander Zverev entging in der dritten Runde der French Open nur knapp dem Aus. Er musste gegen Tallon Griekspoor in den fünften Satz, lag dort bereits mit Doppelbreak hinten, siegte aber nach 4:14 Stunden noch 3:6, 6:4, 6:2, 4:6, 7:6 (10/3). „Das war ein unglaubliches Match“, stöhnte der Deutsche.
Regen sind die Tennisspieler bei diesen French Open schon gewohnt, Samstag kam auch noch eine Kälte dazu. So lief selbst der Russe Daniil Medwedew zu seiner Dritt-Runden-Partie gegen Tomas Machac mit langer Hose und langen Ärmeln ein – und brauchte auch einige Zeit, um Betriebstemperatur zu erreichen. So ging der erste Satz in den Tiebreak, in dem sich Medwedews Routine durchsetzte.
Im zweiten Durchgang schien der 28-Jährige, mittlerweile in kurzer Kleidung unterwegs, allmählich besser ins Spiel zu finden, holte diesen dann den wilden Anfeuerungsversuchen aus Machacs Box zum Trotz auch mit 7:5.
Den dritten gab Medwedew zwar ab, lag auch im vierten Satz Break zurück und begann, wie so oft, zu schimpfen, sich aufzuregen. Während dies tags zuvor Landsmann Andrej Rublew aber komplett aus der Balance brachte, kann Medwedew damit umgehen. Das bewies er erneut, holte Satz vier 6:4 und damit das Match.
Noch schwerer tat sich anfangs Alexander Zverev. Der Deutsche, der in den ersten beiden Runden und generell den letzten Wochen so überzeugt hatte, begann gegen Tallon Griekspoor sehr fehleranfällig und geriet mit 3:6 in Rückstand. Der Niederländer hatte auch im zweiten Satz durchaus seine Chancen, nutzte sie aber nicht und ließ Zverev wieder ins Spiel.
Der Deutsche schien seinen Rhythmus nun gefunden zu haben, holte sich die nächsten zwei Sätze 6:4, 6:2, Griekspoor musste zudem an der Hüfte behandelt werden. Alles war auf ein rasches Ende gefasst. Doch der Holländer, dessen Trainer Kristof Vliegen übrigens während des gesamten Matches kaum eine Miene verzog, hatte andere Pläne. Er holte sich im vierten Durchgang das einzige Break, wehrte seinerseits vier Chancen seines Kontrahenten ab und erzwang mit 6:4 zum Jubel des Pariser Publikums einen Entscheidungsdurchgang.
Mit Doppelfehlern Break hergeschenkt
In diesen startete Griekspoor bärenstark. Er holte das Break zum 1:0, wehrte drei Chancen Zverevs ab und blieb komplett ruhig, während der Deutsche zweimal mit der Schiedsrichterin über Ballmarken haderte, die er anders interpretiert hatte. Das nutzte Griekspoor, legte noch ein Break zum 4:1 nach und schien auf der Siegerstraße. Doch offenbar war der 27-Jährige, der noch nie zuvor das Achtelfinale eines Grand Slams erreicht hatte, von der Situation überfordert. Er gab sein Service zum 2:4 ab und dann mit zwei Doppelfehlern auch zum 4:4.
Immerhin rettete sich der Außenseiter in den Match-Tiebreak. Dort spielte Zverev aber mit wesentlich mehr Selbstbewusstein, holte sich diesen 10:3.
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