"Auch über die Belüftung meines Wagens will er mich töten!" – Bei solchen Sätzen kennen sich die Polizisten schon aus, rufen eher den psychosozialen Notdienst als einen Gutachter. Doch der 59-Jährige ist alles andere als ein Irrer, im Gegenteil: Als honoriger Lehrer genießt er auch in seinem Wohnhaus allerhöchstes Ansehen. "Er ist freundlich, intelligent, der perfekte Nachbar", sagt eine Anrainerin. Also gingen die Ermittler dem Fall nach, schickten den Mann zum Arzt und einen Sachverständigen in seine Wohnung.
Gutachter entdeckte Giftrückstände
Und tatsächlich: Sowohl im Staub aus seinen eigenen vier Wänden als auch im Harn wurde von einem Gutachter ein Gift-Cocktail aus Quecksilber, Blei und Arsen festgestellt. Und zwar in weit höheren Konzentrationen als gewöhnlich. Aber wer könnte den Lehrer töten wollen?
Seit Ewigkeiten leben Männer in Feindschaft
Einen Namen hatte das Opfer bei der Polizei auch parat – ein im Jahr 1923 geborener "Kontrahent" des Pädagogen, der auch einen Schlüssel zu seiner Wohnung besitzen soll. Seit Ewigkeiten lebten die beiden in Feindschaft – die jetzt in dieser Anzeige gipfelte. Und so schnell wird wohl kein Friede einkehren, der den Kleinkrieg beendet.
Schon im Jahr 2006 sollen die regelmäßigen Gift-Attacken auf den Lehrer begonnen haben. "Es gibt eine Anzeige, der Fall erging an die Staatsanwaltschaft", bestätigt Roman Hahslinger von der Polizei. Seit Längerem klagte der Lehrer über "Gelenksschmerzen, die stärker werden". Und über "seltsame Flüssigkeiten in der Wohnung".
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