Doppelmord in Wien

Beide Frauen sind mit etlichen Stichen hingerichtet worden

Österreich
25.06.2012 12:59
Nach dem Doppelmord in Wien-Meidling, bei dem am Freitag eine 89-jährige Frau und ihre 54 Jahre alte Heimhilfe getötet wurden, liegen jetzt die Obduktionsergebnisse vor: Demnach wurden beide Frauen mit jeweils über einem Dutzend Messerstichen regelrecht hingerichtet.

Die Opfer waren nach neuesten Erkenntnissen zwischen 11.30 und 13.10 Uhr in der Wohnung der 89-Jährigen in der Böckhgasse getötet worden. Entdeckt wurden die Toten von der Feuerwehr, die wegen eines Zimmerbrands alarmiert worden war. Offenbar hatten der oder die Täter an zwei Stellen Feuer gelegt. Aus der Kleinwohnung ist nach Angaben von Angehörigen der alten Dame Bargeld verschwunden. Die Frauen dürften ihrem Mörder laut Polizei die Wohnungstür geöffnet haben.

"Zahlreiche Stiche deuten auf Hass hin"
Die Gerüchteküche brodelt nun jedenfalls. Was steckt hinter dem grausamen Doppelmord? Immerhin stach der Täter laut Obduktionsbericht mehr als ein Dutzend Mal auf die 54-jährige Polin ein. Ähnlich erging es der 89-Jährigen. Wollte der Mörder sichergehen, dass seine Opfer tatsächlich tot sind? Oder ist diese Art zu töten Ausdruck seiner Wut oder Enttäuschung? Und falls dem so ist: Auf wen beziehen sich seine Gefühle?

Heimische Kriminalpsychologen sind sich einig: "Wenn jemand häufiger zusticht, als zum Herbeiführen des Todes nötig wäre, ist dies ein Zeichen für großes Hasspotential." Könnte es sich deshalb nicht doch um eine Beziehungstat handeln? Oder treibt am Ende ein Psychopath sein Unwesen? Polizeisprecherin Adina Mircioane: "Die direkten Angehörigen beider Frauen scheiden definitiv als Täter aus."

Angehörige unter Schock
Die alte Dame hatte einen 68 Jahre alten Sohn, die Heimhelferin war Ehefrau und Mutter zweier erwachsener Söhne. "Die Angehörigen der 54-Jährigen werden aber noch einmal einvernommen", sagt Polizeisprecher Thomas Keiblinger. Eine erste Befragung habe nur kurz gedauert, da die Familienmitglieder unter Schock gestanden hätten.

Die These, dass die Bluttat in der Böckhgasse mit dem sogenannten Omi-Mord vom November 2011 in Wien-Leopoldstadt (siehe Infobox) zusammenhängen könnte, will die Polizei nicht bestätigen. "Fest steht: Das Ersparte der 89-Jährigen stand im Fokus der Tragödie", so ein Ermittler am Sonntag zur "Krone".

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