SEA.AI immer gefragter

Linzer haben bei jedem Wellengang den Durchblick

Oberösterreich
11.02.2024 15:30

Sie kann Bilder generieren, Texte schreiben - vor allem kann die Künstliche Intelligenz aber auch in puncto Sicherheit große Dienste leisten. Mit einer Software-unterstützten Kameratechnik punktet eine Firma aus Linz dabei in der Segelwelt. Doch auch abseits davon erobert SEA.AI immer mehr Bereiche.

„Unsere Kameras schauen bis zum Horizont. Sie sind immer aufmerksam und haben auch in der Nacht Sicht“, sagt Raphael Biancale. 2013 begann der Franzose, ein Kollisionsvermeidungssystem für Boote zu entwickeln, nachdem er mit seinem Vater auf einem Boot den Atlantik überquert hatte.

„Ich war Anfänger. In der Nacht war ich dafür verantwortlich, zu schauen, dass wir keinen Zusammenstoß haben, aber ich habe nichts gesehen“, denkt der 42-Jährige an die Momente zurück, als ihm bewusst wurde, wie hoch das Risiko da eigentlich ist.

Diese Gedanken ließen ihn nicht mehr los. 2014 war der erste Prototyp von Biancale fertig, der aber noch nicht funktionierte. Drei Jahre später hatte er dann ein meerestaugliches System samt Software beisammen, das seither ständig verbessert wird. Heute sind 60 Mitarbeiter bei SEA.AI beschäftigt, aufgeteilt auf die Zentrale in Linz und auf Standorte in Wien, Frankreich, Portugal und in den USA.

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Wie in der Luft nimmt auch am Meer die Verkehrsdichte zu. Vieles ist nicht von GPS-basierten Systemen erfasst - zum Beispiel Bojen oder Container.

Marcus Warrelmann, Geschäftsführer SEA.AI

„Die Akzeptanz von Künstlicher Intelligenz in der gesamten Welt hat uns viel Rückenwind gegeben“, sagt Marcus Warrelmann, der an der Seite von Biancale nun das Tech-Unternehmen lenkt. Warrelmann weiter: „Bei manchen Entwicklungen rund um KI fragt man sich ja, ob man die braucht, aber wir schützen Leben.“

„Wir lernen permanent dazu“
Abseits von Segelbooten, mit denen alles begann, ergeben sich für SEA.AI immer mehr Anwendungsmöglichkeiten. So wird das System bereits auf Containerschiffen, von Küstenwachen und zur Wal-Erkennung eingesetzt: „Wir lernen permanent dazu.“ Die Herausforderungen sind nicht vergleichbar mit jenen an Land: Die Objekte und das Wasser bewegen sich, die Entfernungen sind groß, und die Kamera ist auch in Bewegung, wenn sie auf einem Schiff montiert ist.

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