"Krone": Die erste Frage natürlich: Wie geht es Ihnen?
Fabian Raidel: Den Umständen entsprechend sehr gut. Die Schulter ist gebrochen, sonst habe ich nur Prellungen. Dass ich überlebt und nur diese Verletzungen habe... es grenzt an ein Wunder, ich hatte Tausende Schutzengel.
"Krone": Können Sie sich an den Absturz erinnern?
Raidel: An jede einzelne Sekunde. Wir sollten vor dem Sprung wegen eines nahenden Unwetters umkehren, der Pilot flog wieder zurück zu jenem Privat-Flughafen, von dem wir gestartet waren. Das war ein Fehler, denn das Gewitter kam schneller als erwartet. Bei der Landung hat es das Flugzeug dann in der letzten Kurve umgedreht, wir sind 50 Meter runtergefallen.
"Krone": Und dann?
Raidel: Das Flugzeug war komplett eingedrückt. Ich bin hinten gesessen, mein Kopf war eingeklemmt, Gott sei Dank hatte ich noch den Helm auf. Zwischen meiner Hand und meinem Oberkörper war eine riesige Metallstange. Ein paar Zentimeter weiter oben und sie hätte meinen Kopf durchbohrt.
"Krone": Wie ging die Rettung dann vor sich, welche Gedanken hatten Sie?
Raidel: Da der Flughafen sehr klein ist, war nur eine Rettung vor Ort. Ich schätze, dass ich ungefähr eine Stunde im Flugzeug gelegen bin. Das war die furchtbarste Zeit. Neben mir lagen tote Kollegen, andere schrien vor Schmerzen.
"Krone": Wann wurde Ihnen eigentlich bewusst, welch Glück sie hatten?
Raidel: Im Spital, als ich auch erstmals Kontakt mit meiner Familie aufnehmen konnte. Ich hoffe, dass meine Kollegen, die im Spital zusammengeflickt werden, alle durchkommen.
"Krone": Sie erhielten auch hohen Besuch.
Raidel: Die ukrainische Gesundheitsministerin war da. Und ukrainische Freunde sowie die österreichische Botschaft haben sich toll um mich gekümmert.
"Krone": Zum Schluss: Wollen Sie wieder springen?
Raidel: Natürlich – das weiß ich jetzt schon mit Sicherheit!
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