Von Platz 36 auf 48

Studie: Wien wird billiger, zumindest für Manager

Österreich
12.06.2012 15:35
Zumindest für Mitarbeiter internationaler Konzerne wird Wien günstiger: Laut Beratungsfirma Mercer rutscht Wien in der Liste der teuersten Städte der Welt von Platz 36 auf 48. Nicht nur, dass etwa Brüssel (Rang 71) für Manager billiger sei, lässt an der Studie zweifeln: So sei Khartoum im Sudan viel teurer als Wien.

214 Städte der Welt hat das Consultingunternehmen Mercer auch in diesem Jahr bewertet: Das Ranking - die Top 50 findest du hier - soll zeigen, in welchen Städten die Mitarbeiter von internationalen Unternehmen am teuersten oder aber am günstigsten leben. Mercer hat Wien auch mit dem 1. Platz in der Lebensqualitäts-Studie beglückt (siehe Infobox) – eine Bewertung, die in keiner Wahlrede der rot-grünen Rathauskoalition in den nächsten Jahren fehlen darf.

Das Abschneiden in der nun veröffentlichen City-Studie kann die regionale Finanz- und Wirtschaftspolitik allerdings nur schwerlich als Erfolg verkaufen: Für die "Vergünstigung" Wiens im Vergleich zum Jahr 2011 nennen die Experten die Probleme des Euro als Hauptursache, dazu käme noch eine gesamtwirtschaftlich instabile Lage. Dass allerdings – wie in der Mercer-Studie für die Entwicklung in Europa angeführt – die Mietpreise sinken, ist für den Wiener Markt so nicht nachvollziehbar.

Zweifel und Kritik an Mercer-Studie
Auch sonst haben die Oppositionsparteien massive Zweifel an der Studie. So kritisiert etwa das BZÖ: "Das kann im Ranking ja sicher nicht stimmen, dass Wien mit seinem Platz 48 wesentlich teurer als Brüssel auf dem 71. Platz ist." Und von der ÖVP kommt der Einwand: "Schade, dass nur Manager befragt worden sind. Mercer hätte vielleicht auch die Bewohner zum Thema Teuerung interviewen sollen."

Und der weltweite Vergleich der Lebenshaltungskosten für Manager zeigt noch weitere interessante Details: Die angolanische Öl-Boom-City Luanda ist im Ranking gleich nach Tokio die teuerste Stadt der Welt. Osaka und Moskau folgen auf den Plätzen drei und vier, Genf und Zürich kommen auf Rang 5 und 6. Teurer als Wien soll auch Bamako in Mali sein (39) – und gleich nach Österreichs Bundeshauptstadt folgt auf Rang 49 Baku, der heurige Austragungsort des Song Contests.

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