Tirol unter der Lupe

Statistik: Mehr Sterbefälle als im „Covid-Jahr“

Tirol
20.12.2023 11:00

„Demografische Daten Tirol“ nennt sich das umfangreiche Werk der Landesstatistik für das Jahr 2022. Es listet die Sterbezahlen und die Ursachen dafür penibel auf. Herz-Kreislauf-Erkrankungen bleiben führend, Krebs ist weiter sehr bedrohlich. Und es gibt eine Überraschung . . .

Eine gewaltige Flut von Fakten liefert alljährlich die Landesstatistik mit den „Demografischen Daten Tirol“ – die „Krone“ berichtete bereits.  Ein Kapitel ist der Zahl der Sterbefälle und deren Ursachen gewidmet. Generell stieg die so genannte Sterberate (Anteil an Gestorbenen pro 1000 Einwohner) seit dem Jahr 2007 leicht an, vor allem aufgrund der alternden Bevölkerung. Die Sterberate lag 2022 bei 9,1 Promille. Interessant: Im „Covid-Jahr“ 2020 war sie mit 9,0 Promille sogar geringer. Im Jahr 2019, also vor der Pandemie, lag sie nur bei 8,3 Promille.

Herz-Kreislauf-Leiden bleiben die Nummer eins
Wie schon in den Jahren zuvor starben auch im Jahr 2022 die meisten Menschen in Tirol an Herz-Kreislauf-Krankheiten (33,9 Prozent, 2360 Todesfälle), wobei es die Frauen (37 Prozent) häufiger traf als Männer.  Schon auf dem zweiten Platz liegen bösartige Tumore (22,8 Prozent, 1588 Todesfälle). Verletzungen und Vergiftungen (7,7 Prozent, 534 Todesfälle) und Krankheiten des Atmungssystems (6,4 Prozent, 445 Todesfälle) folgen auf den weiteren Plätzen.

Covid-Erkrankungen noch fünfthäufigste Ursache
Waren Covid-19-Erkrankungen im Vorjahr noch die vierthäufigste Todesursache, so sind sie Jahr 2022 nur noch die fünfthäufigste Todesursache (6,1 Prozent, 425 Todesfälle), gefolgt von Erkrankungen des Nervensystems (4,6 Prozent, 321 Todesfälle), psychischen Krankheiten (3,7 %, 257 Todesfälle) und Ernährungs- und Stoffwechselkrankheiten (3,2 %, 226 Todesfälle).

 Auffallend sind laut Landesstatistik die Zunahmen bei Todesfällen aufgrund von Verletzungen und Vergiftungen von 471 auf 534 (+13,4 Prozent), Krankheiten des Nervensystems von 297 auf 321 (+8,1 Prozent) und psychischen Krankheiten von 253 auf 257 (+1,6 Prozent) gegenüber dem Vergleichsjahr 2021.

Lebenserwartung sank bei Frauen und Männern
Die Lebenserwartung in Tirol lag zuletzt bei 80,2 Jahren für Männer (–0,3 Jahre gegenüber vor der Pandemie) und 84,7 Jahren bei Frauen (–0,2 Jahre gegenüber 2019). Der Rückgang ist konträr zum langjährigen Trend.

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