Google zahlt besser

Israels Militär setzt auf KI, aber Personal fehlt

Web
13.06.2023 16:15

Israel treibt den Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) im Militär voran. Bis 2028 soll etwa die Hälfte der israelischen Wehrtechniker ihren Fokus auf KI legen, sagte Eli Birenbaum, Chef der operativen Daten- und Anwendungseinheit des Militärs, der Nachrichtenagentur Reuters. Derzeit beschäftigen sich seinen Angaben zufolge „viele Hunderte“ Mitarbeiter mit KI-Projekten, was ein Fünftel der Militärtechniker ausmache.

Innerhalb von fünf Jahren werde die Zahl in die Tausende gehen. Der Wandel begann 2016, als Birenbaum die erste Militär-Plattform mit maschinellem Lernen leitete, die entwickelt wurde, um Hackerangriffe zu erkennen.

Netanyahu gab frische Gelder frei
Der Oberst hat die Unterstützung der Regierung. Ministerpräsident Benjamin Netanyahu hat den Verteidigungsetat erhöht und versprochen, Israel zu einer führenden Nation im Bereich KI zu machen. Das Problem ist allerdings, das Personal dafür zu finden. Einen Datenwissenschaftler anzulernen bedeute, einem 18-Jährigen zu erklären: „Das ist deine Zukunft. Du musst dich für einen Bachelor-Abschluss und einen Master-Abschluss entscheiden und dann sechs Jahre Militärdienst leisten“, sagte Birenbaum auf seinem Stützpunkt nahe Tel Aviv.

Während des Wehrdienstes - zwei Jahre für Frauen, 32 Monate für Männer - verdienen die entsprechenden Experten 335 Dollar (311,19 Euro) im Monat. In den ersten Jahren ihres anschließenden Dienstes steige das Gehalt auf etwa 2300 Dollar. In vergleichbaren zivilen Jobs wären es 8400 Dollar.

IT-Giganten zahlen besser
„Es ist kein Geheimnis, dass ich mit den Gehältern von Google oder Facebook nicht mithalten kann“, sagte Birenbaum. Was er bieten könne, sei eine sinnvolle Tätigkeit. „Wir reparieren nicht nur irgendeinen Knopf in einem Programm. Wir lösen Probleme auf der Ebene von Nationalstaaten. Es geht nicht darum, eine Nadel in einem einzelnen Heuhaufen zu finden, sondern in acht, 80, 8000 übereinander gestapelten Heuhaufen.“

Zitat Icon

In absehbarer Zukunft wird immer ein Mensch beteiligt sein.

Oberst Eli Birenbaum

Für den nächsten Ausbruch der Gewalt im Nahost-Konflikt will Birenbaum eine KI Daten zusammentragen lassen, um palästinensische Raketensalven vorherzusagen. „Ich möchte dahin kommen, wo ich Informationen am besten nutzen kann, um unseren Truppen vor Ort Möglichkeiten zu bieten.“ Eine Zielerfassung durch die KI bedeute jedoch nicht eine automatisierte Zerstörung des Ziels, sagte er. „In absehbarer Zukunft wird immer ein Mensch beteiligt sein.“

 krone.at
krone.at
Loading...
00:00 / 00:00
play_arrow
close
expand_more
Loading...
replay_10
skip_previous
play_arrow
skip_next
forward_10
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
explore
Neue "Stories" entdecken
Beta
Loading
Kommentare
Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.



Kostenlose Spiele