Do, 15. November 2018

Rücktrittsdrohung

21.10.2011 10:56

Bode Miller fährt schwere Geschütze gegen die FIS auf

US-Ski-Star Bode Miller hat wieder einmal seinen Lieblingsfeind ins Visier genommen und am Donnerstagabend in Sölden schwere Geschütze gegen die FIS aufgefahren. Der Zorn des 34-Jährigen richtet sich gegen die ab der Saison 2012/13 gültigen Materialregulierungen. "Diese Limitierungen ruinieren unseren Sport. Die FIS behindert seit sieben Jahren die Entwicklung des alpinen Skisports", sagte Miller, der sogar mit seinem Rücktritt droht.

"Wir haben die Schlacht schon vor vielen Jahren verloren. Seit 2003 hat jede einzelne Regeländerungen der FIS unseren Sport Schritt für Schritt schlechter gemacht. Für uns Athleten, für die Skifirmen und für die Fans", erklärte der Super-Kombinations-Olympiasieger 2010, vierfache Weltmeister und zweifache Gesamtweltcup-Sieger, der im Bild mit dem Norweger Aksel Lund Svindal und mit der Salzburgerin Anna Fenninger zu sehen ist.

Bode droht mit Rücktritt
Der Ärger über die FIS vermiest dem gleichermaßen unberechenbaren wie genialen Skifahrer einmal mehr die Lust. "Ich liebe diesen Sport. Aber wenn ich ab kommender Saison so ein Material fahren muss, dann beende ich meine Karriere. Weil dann kann ich nicht mehr so fahren, wie ich das gerne würde. Jeder Fan bekommt im Geschäft ein deutlich besseres Material, als unseres im Weltcup ist. Das ist doch nicht der richtige Weg", stellte Miller die Vorgehensweise infrage.

Der Ansatz der FIS bei Länge und Breite der Ski zeige laut Miller klar und deutlich die herrschende Inkompetenz auf. "Wenn die FIS wirklich an der Sicherheit interessiert wäre, würde sie zuerst bei den Bindungen ansetzen", stellte Miller klar. Für Miller steht fest, dass der FIS sofort die Macht für weitere Regeländerungen hinsichtlich des Materials entzogen werden müsse.

Die FIS weiß laut Miller nicht, was sie tut
"Diese Entscheidungen können einfach nur von den Athleten und den Skifirmen getroffen werden. In Materialfragen wissen die Leute von der FIS nicht, wovon sie sprechen. Sie wissen nicht, was sie tun", so Miller. Durch diese Maßnahmen verliere der alpine Skisport zunehmend an Attraktivität, das Risiko des Verlierens von zahlreichen Fans Richtung anderer Sportarten wie Freestyle oder Snowboard und des Verlustes von sehr viel Geld sei gewaltig.

Am liebsten würde der Allrounder am Sonntag beim Riesentorlauf in Sölden mit altem, mittlerweile längst verbotenem Material antreten und der FIS dadurch einige Beweise vor den Kopf knallen. "Ich würde sicher und zwei Sekunden schneller als die Konkurrenz ins Ziel kommen. Danach würde ich disqualifiziert werden und könnte den Leuten dann einige Dinge erklären. Zum Beispiel, dass mit dem älteren und schnelleren Material das Verletzungsrisiko hier in Sölden um 85 Prozent geringer ist."

Raich unterschreibt Protestbrief nicht
Warum Benjamin Raich das Protestschreiben der Athleten nicht unterschrieben hat, ist für den Showman aus New Hampshire sonnenklar. "Raich ist im österreichischen Team. Und da geht es um viel politischen Druck. Atomic hat die Österreicher im Würgegriff." Miller ist sich sicher, dass Atomic das neue Reglement als große Chance sieht, um nicht noch weiteres Terrain gegenüber Head und Co. zu verlieren und wieder aufzuholen. "Ich würde als Atomic-Chef genauso handeln. Sie wollen wieder ein ausgeglichenes Spielfeld und dann schauen, neue Vorteile herauszuholen."

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