Coach Eppenschwandtner

Leben für den Sport: Legende verlässt die Matte

Salzburg
29.12.2022 13:30

Salzburgs Sport lebt nicht nur von Titeln und Medaillen, sondern auch von den Leuten, die sich Jahrzehnte lang dafür einsetzen. Den Auftakt der neuen „Krone“-Rubrik bildet Karate-Doyen Manfred Eppenschwandtner. Er war Macher, Meister und Mentor und geht mit Jahresende in den Ruhestand. 

Salzburg Ende der 1960er Jahre: Kampfkünstler Bruce Lee begeistert auf den Leinwänden ein Millionenpublikum. Auch Manfred Eppenschwandtner ist ein großer Fan. In der Zeitung wird ein Wochenendkurs Karate beworben – sein Interesse ist sofort geweckt. „Das hat es bei uns nicht gegeben“, erinnert sich der mittlerweile 74-Jährige. In den vergangenen fünf Jahrzehnten hat sich im österreichischen Karate so einiges getan. Eppenschwandtner ist nicht nur eine der Säulen der Erfolge, viel mehr ist er der Baumeister. Denn kaum jemand war hierzulande derart wichtig für diese Kampfsportart. Mit Jahresende gibt der langjährige Bundestrainer sein Zepter ab. 

Manfred Eppenschwandtner (rechts) gehörte schnell zum österreichischen Nationalteam und prägte den Sport bereits früh. (Bild: Tröster Andreas)
Manfred Eppenschwandtner (rechts) gehörte schnell zum österreichischen Nationalteam und prägte den Sport bereits früh.
Als aktiver Sportler gewann der Salzburger zahlreiche Medaillen und war mehrfacher Staatsmeister. (Bild: Tröster Andreas)
Als aktiver Sportler gewann der Salzburger zahlreiche Medaillen und war mehrfacher Staatsmeister.

Die Führung hatte Eppenschwandtner von Beginn an inne. Ehe es die erste Turnhalle gab, fanden die Trainings zunächst am Gang oder im Freien statt – bei Schlechtwetter wurde auch unter einer Autobahnbrücke geübt. Eppenschwandtner zählte schnell zu den besten Athleten des Landes. 1972 wurde er bei seiner ersten Staatsmeisterschaft Zweiter, 1975 gewann er im Kongresshaus. 1000 Leute waren erlaubt, letztendlich waren aber doppelt so viele vor Ort. Der Karate-Boom war längst ausgelöst! 

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Ich habe es immer gern gemacht. Bis zum Schluss. Aber irgendwann muss es einfach vorbei sein. Was wir erreicht haben, ist sensationell.

Manfred Eppenschwandter

„Eine wilde Geschichte“
Eppenschwandtner gründete einen eigenen Verein. „Ich war sehr ehrgeizig“, weiß der gelernte Kaufmann, der sich aus sportlichen Gründen beruflich umentschied und Taxifahrer wurde. „Dadurch konnte mir die Zeit besser einteilen.“ Nach über zehn Jahren im Nationalteam begann er 1984 seine Trainerlaufbahn. Unter ihm entwickelte sich Salzburg zu Österreichs Karate-Eldorado. Sein größtes Werk bis zuletzt: Alisa Buchinger. 25 Jahre arbeiteten die langjährige Nummer eins der Welt und der Erfolgstrainer zusammen. Buchinger bezeichnete ihren Coach stets als Vorbild und als Mentor. Im Herbst trat die 30-Jährige zurück. 

Auch seine berufliche Karriere, die schon vor einigen Jahren endete, war reich an Anekdoten. Einmal setzte er am Makartplatz einen Fahrgast, der seinen Kollegen mit einem Messer bedroht hatte, außer Gefecht. „Eine wilde Geschichte“, lacht der 74-Jährige, der für die Lebensretter-Medaille vorgeschlagen wurde. In Folge des Vorfalls gab es Karate-Kurse für Taxifahrer. 

Freude auf die Sauna
Eppenschwandtner entdeckte durch seinen Beruf, der vielmehr Berufung war, auch die Leidenschaft fürs Reisen. Asien-Tour, Dubai, Südamerika – all das stand stets auf dem Jahresplan des Bundestrainers und seinen Schützlingen. „Hätte ich für jeden Kilometer, den ich geflogen bin, einen Euro bekommen – na bist du deppert“, grinst der 74-Jährige seinem vermeintlichen Millionen-Vermögen hinterher. In der Pension soll es mit „viel Urlaub“ weitergehen. Aber auch auf seine Salzburger Heimat freut sich der Maxglaner. Vor kurzer Zeit baute er sich eine Terrasse inklusive Sauna. „Die habe ich nie richtig nutzen können. Bei uns daheim ist es so schön“, strahlen beim baldigen Pensionisten die Augen.

Andreas Tröster
Andreas Tröster
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