Soziologin und Sexualpädagogin Barbara Rothmüller diesmal dazu, wie Schönheitsnormen auf Social Media das Selbstbild schädigen.
Anna, eine Interviewpartnerin, hat unserem Team gestanden, dass sie sich zu Beginn ihrer Beziehung nie abschminkte, wenn ihr Freund mit ihr die Nacht verbrachte. „Ich hatte Angst, er würde mich ungeschminkt nicht mehr mögen.“ Aber ist makelloses Aussehen wirklich das Wichtigste, das Männer von ihren Partnerinnen erwarten? Nach ein paar Wochen fiel der Druck von ihr ab, denn es war klar: Er liebt sie auch zerknautscht und ungeduscht, als Gesamtpaket. Als Mensch eben.
Mit den partnerschaftlichen Werten von Männern haben die Ängste wenig zu tun. Durch die Filmindustrie wird Menschen vorgespielt, dass es möglich wäre, für Schönheit mit wahrer Liebe belohnt zu werden. Stars wachen im Film auf und haben die perfekte Frisur und Make-up. Dafür werden sie angeblich geliebt.
Auf Instagram, TikTok und Co verstärken Influencerinnen diesen Mythos. Mit dem perfekten Körper lässt sich (scheinbar) das perfekte Leben leben - und jeder kann es erreichen, wenn er oder sie sich nur anstrengt. Jugendliche wollen so aussehen wie ihre Fotos auf Social Media mit Filter. Und sind dann verzweifelt, wenn sie sich in den Spiegel schauen. Auch manche Erwachsene werden von kaum erreichbaren Schönheitsidealen verfolgt als wäre jeden Tag Halloween. Kein Wunder also, dass auf den Datingportalen dieser Welt nur wenige Fotos dem tatsächlichen Aussehen der Singles entsprechen.
Gegen die toxischen Schönheitsnormen auf Social Media sollte man Frauen mehr Mut machen, auf Schminke zu verzichten, wenn sie das wollen. Dass man beliebt sein kann, so wie man ist, zeigt Melisa Raouf vor. Sie trat für mehr ungeschminkte Wahrheit bei der Miss-Wahl in England an - und qualifizierte sich für das Finale, ganz ohne Make-up.
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Dr.in Barbara Rothmüller, Soziologin und Sexualpädagogin










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