21.09.2022 11:56 |

Folge der Überalterung

Verdoppelung der Alzheimerfälle bis 2050

In Österreich leben bis zu 150.000 Menschen mit einer demenziellen Beeinträchtigung. Diese Zahl dürfte sich bis 2050 verdoppeln, erläuterte die Gesundheitskasse ÖGK am Weltalzheimertag. Auch Gesundheitsminister Johannes Rauch (Grüne) verwies aufgrund der steigenden Lebenserwartung und demografischen Entwicklung auf diesen Trend. Ziel sei es, die Versorgung von Menschen mit Demenz und ihren pflegenden Angehörigen zu verbessern, betonte Rauch am Mittwoch.

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Die ÖGK berichtete von derzeit 147.000 Menschen mit Demenz in Österreich. Nun gebe es für diese erstmals ein bundesweit einheitliches Vorgehen bei der Erstattung von Antidementiva aus dem sogenannten Grünen Bereich - also bei bewilligungsfrei verschreibbaren Medikamenten.

„Neuregelung ist eine Erleichterung“
Die Neuregelung sei für Patienten und deren Angehörige eine Erleichterung, weil sie nicht mehr wie bisher halbjährlich einen Facharzt konsultieren müssen. Die zweite wesentliche Säule für ein gutes Leben mit Demenz heiße Beratung und Begleitung. Die ÖGK bietet dazu Netzwerke in den Regionen - meist in Kooperation mit den Ländern bzw. Vereinen.

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Die Umsetzung von Maßnahmen und die Weiterentwicklung der Demenzstrategie sind mir ein besonderes Anliegen, weshalb seitens meines Ressorts gegenwärtig u.a. auch an der Konzeption eines österreichischen Demenz-Qualitätsregisters gearbeitet wird.

Gesundheitsminister Johannes Rauch (Grüne)

„Gut leben mit Demenz“
Das Motto des diesjährigen Weltalzheimertages ist „Demenz - verbunden bleiben“ und unterstreiche die Notwendigkeit, Menschen mit demenziellen Beeinträchtigungen sowie auch ihre Angehörigen am sozialen Leben teilhaben zu lassen, hieß es seitens des Ministeriums. Im Jahr 2015 wurde die Demenzstrategie „Gut leben mit Demenz“ entwickelt. Sie stellt einen Rahmen für Maßnahmen zur Verbesserung der Lebenssituation von Menschen mit Demenz und deren Angehörigen dar.

„Die Umsetzung von Maßnahmen und die Weiterentwicklung der Demenzstrategie sind mir ein besonderes Anliegen, weshalb seitens meines Ressorts gegenwärtig u.a. auch an der Konzeption eines österreichischen Demenz-Qualitätsregisters gearbeitet wird“, erläuterte Rauch.

Ziele seien u.a. eine Abbildung der Diagnostik, Therapie und Versorgung von Menschen mit Demenz in Österreich, wobei die dokumentierten Daten es möglich machen sollen, die Qualität der Versorgung von Menschen mit Demenz zu monitoren und daraus ableitend eine Verbesserung in der Versorgungslandschaft anzustoßen.

Pflegereform
Die kürzlich präsentierte Pflegereform der Bundesregierung soll zudem auch für Verbesserungen für Pflegebedürftige und pflegende Angehörige sorgen. Für Menschen mit schweren psychischen Behinderungen oder Demenz wird der Wert des Erschwerniszuschlages von 25 auf 45 Stunden pro Monat erhöht. Künftig werde ein Rechtsanspruch auf Pflegekarenz von drei Monaten bestehen. Außerdem gibt es für pflegende Angehörige künftig bereits nach drei Tagen Anspruch auf finanzielle Unterstützung für Ersatzpflege, erinnerte das Gesundheitsressort.

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