Die Zahl der schädlichen Android-Anwendungen ist im ersten Halbjahr 2022 deutlich zurückgegangen: Rund 700.000 neue Apps mit Schadcode und damit 47,9 Prozent weniger gegenüber dem Vorjahreszeitraum (mehr als 1,3 Millionen Apps) zählte G Data. Für den Rückgang machen die IT-Sicherheitsexperten den Krieg in der Ukraine verantwortlich.
Denn Cyberkriminelle würden seit Februar verstärkt andere digitale Ziele ins Visier nehmen, so das Unternehmen in einer Mitteilung. Daher habe sich auch das Tempo der Cyberangriffe deutlich reduziert: Durchschnittlich alle 23 Sekunden veröffentlichen Kriminelle demnach aktuell eine gefährliche App. 2021 lagen zwischen zwei schädlichen Android-Applikationen nur zwölf Sekunden.
Allerdings ist es G Data nach zu früh, von Entspannung zu reden. So haben die Experten im Juni 2022 wieder einen deutlichen Anstieg infizierter Apps verzeichnet. Gleichzeitig sei die Zahl abgewehrter Angriffsversuche weniger stark gesunken als in den Vormonaten. Nur noch 27,2 Prozent beträgt der Rückgang gegenüber dem Vergleichszeitraum.
Alte Android-Versionen als Sicherheitsrisiko
Ein großes Sicherheitsrisiko bleiben dem Unternehmen nach Smartphones mit veralteten Android-Versionen. „Wenn bei diesen Geräten keine Sicherheitsupdates mehr ausgeliefert werden, dann sind diese auch für alte Malware anfällig. Grundsätzlich gilt: Alle Smartphones mit Android 10 oder niedrigeren Versionsnummern sind als unsicher einzustufen. Nutzer sollten also regelmäßig prüfen, welche Betriebsversion installiert ist. Sollte ein Update nicht mehr möglich sein, sollten sie den Kauf eines neuen Geräts in Betracht ziehen“, so G-Data-Sicherheitsforscher Stefan Decker.
Viele Smartphone-Besitzer wiegen sich dem Experten nach in falscher Sicherheit. „Sie behalten ihr altes unsicheres Gerät, weil der Akku immer noch lange hält. Das ist aber falsch verstandene Nachhaltigkeit und geht zulasten der persönlichen Sicherheit.“ Politik und Hersteller hätten es den Bemühungen von Google zum Trotz bislang verabsäumt, Rahmenbedingungen zu schaffen, die Sicherheit und Nachhaltigkeit in Einklang bringen."
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