Guten Morgen

Keine falschen Hoffnungen | Eine Enttäuschung

Keine falschen Hoffnungen. Jetzt, im Wahlkampf, tut Bundespräsident Alexander Van der Bellen, was er in den bisherigen fünfeinhalb Jahren in der Hofburg nach dem Geschmack vieler Menschen zu wenig getan hat: klare Worte finden. Was, wie Claus Pándi heute in der „Krone“ kommentiert, auch die Anforderung an den Bundespräsidenten sei, „der angesichts des Zustandes der Regierung zu den letzten intakten Autoritäten der Republik zählt“. Nach Van der Bellens viel beachteter Rede bei der Eröffnung der Bregenzer Festspiele in der vergangenen Woche legte er gestern in Salzburg nach. Hatte er sich in Vorarlberg mehr der Innenpolitik gewidmet, so begab er sich diesmal vorrangig in die große weite Welt. Mit Fokus auf Europa und den hier tobenden Krieg. Da handle es sich um eine Auseinandersetzung zwischen „Despotie und Freiheit“. Putin wolle, „dass wir nicht mehr sehen, worum in der Ukraine gekämpft und gestorben wird. Nämlich um das, woran wir glauben. Um unsere Werte. Um unsere Art zu leben. Um unseren Frieden. Und um unsere Freiheit, ein geglücktes Leben führen zu können.“ Er sehe, sagte Van der Bellen „eine massive Gefährdung unserer Demokratie“. Und, da will der Präsident keine falschen Hoffnungen wecken: „Es gibt kein Zurück in die gute alte Zeit.“ Unsere Zukunft werde anders aussehen, als die meisten von uns erhofft hätten. Ja, da wird er wohl recht haben. Das sind ehrliche Worte - besser als das beschwichtigende Geschwurbel, das wir sonst von der Politik so oft zu hören bekommen. 

Eine Enttäuschung. Klare Worte - die findet in der heutigen „Krone“ auch unsere Kolumnistin Franziska Trost. Sie schildert angesichts des nun fixen Aus der Corona-Quarantäne ihren Zustand, ihre Gefühle - ihre Enttäuschung. Denn eineinhalb Jahre nach ihrer Corona-Infektion leidet sie anhaltend an den Folgen. Sie habe, schreibt sie, „gute Tage, aber immer noch viel zu viele schlechte“. Wenn sie ihre Grenzen überschreite, „dann kommen die gnadenlose Erschöpfung und die Schmerzen“. Auf Tage „normalen“ Lebens „folgen unweigerlich Tage im Liegen“. Nun, mit der Aufhebung der Quarantäne-Regeln, würden die Infektionen wohl wieder steigen - „und damit auch die Zahl jener, die Corona noch Wochen, Monate, Jahre begleiten wird. Deren Leben nicht mehr so sein wird, wie es einmal war“, schreibt Trost. Und sie weiß: „Das Virus ist in der akuten Phase oft nicht mehr so schlimm, die Nachwirkungen können es aber sein.“ Das sollten eigentlich auch jene wissen, die nun das Quarantäne-Aus beschließen.

Kommen Sie gut durch den Mittwoch!

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