Sie spricht Klartext:

Medizinerin packt über den Ärztemangel aus

Patricia Weber war seit 1992 Spitalsärztin in der Waldviertler Klinik in Waidhofen an der Thaya. Sie war maßgeblich für den Aufbau und den guten Ruf der Wundambulanz der Klinik in Waidhofen an der Thaya verantwortlich. Nun ging sie in Pension. Dass sie weiterarbeitet, wollte man nicht.

Artikel teilen
Drucken
Kommentare
0

Sie setzte sich stark für den Aufbau der Wundambulanz der Klinik in Waidhofen an der Thaya ein - die Ambulanz, die wie berichtet, den vor der Amputation stehenden Fuß eines Mannes rettete und sich über die Bezirksgrenzen hinaus einen Namen machte. Das belegen zahlreiche Dankesbriefe von Patienten, die Dr. Patricia Weber im Gespräch mit der „Krone“ vorlegt.

Doch der gute Ruf der Ambulanz stehe auf dem Spiel: Es werde gemunkelt, dass aufgrund weiterer Einsparungen Wunden nur mehr im Ausnahmefall ärztlich begutachtet würden. Weber bot mehrfach an, trotz Pension einen Tag pro Woche auf der Wundambulanz weiterzuarbeiten.

Bewerber um freie Arztstellen nicht vorgeladen
Die Geschäftsführung ließ ausrichten, dass das nicht erwünscht sei. Leider kein Einzelfall, der das Bild eines schlechten Arbeitsklimas zeige, so die Medizinerin: Gesprächswünsche von Ärzten würden nicht beachtet, Betroffene abgekanzelt. Für Weber liegt nahe, dass der Ärztemangel „nie das vordergründige Thema“ bei der Landesgesundheitsagentur (LGA) im Waldviertel gewesen sei. So hätte man Mediziner, die sich um eine Stelle beworben hatten, nicht kontaktiert, andere vergrämt: Ein neuer Doktor wollte in Waidhofen arbeiten und nicht ständig nach Zwettl fahren. Das musste er aber. Er kündigte – und ging in ein anderes Bundesland.

Landesgesundheitsagentur sieht gutes Arbeitsklima
„Wir schätzen jeden einzelnen Mitarbeiter wert“, betont indes die LGA. Der ärztliche Leiter des Waidhofner Krankenhauses, Hermann Reiter, erzählt von zusätzlichen Herausforderungen bei der ärztlichen Ausbildung und streicht die Vorteile heraus, dass die chirurgische Abteilung von Waidhofen nun in die Abteilung von Horn als „Fachschwerpunkt“ eingegliedert wurde: „Das Landesklinikum Waidhofen ist weit entfernt vom Zentralraum Wien. Die Zusammenarbeit mit dem Landesklinikum Horn bietet uns die Möglichkeit, in den Disziplinen Anästhesie und Chirurgie zu kooperieren.“ Das Arbeitsklima im Waidhofner Spital sei gut: „Ich mache hier gerne meinen Dienst!“

Kommentare
Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Freitag, 01. Juli 2022
Wetter Symbol
Niederösterreich Wetter
20° / 27°
wolkig
18° / 24°
bedeckt
20° / 32°
wolkig
21° / 32°
wolkig
16° / 25°
einzelne Regenschauer
(Bild: stock.adobe, Krone KREATIV)