27.04.2022 12:30 |

Nach mysteriösem Tod

Polizei warnt vor gefährlichem TikTok-Trend

Der mysteriöse Tod eines Pärchens im US-Bundesstaat Wisconsin hatte Anfang April für Schlagzeilen gesorgt. Waren die Ermittler zunächst von einem Mord ausgegangen, steht die genaue Todesursache nun fest - und veranlasst die Behörden zur Warnung vor einem gefährlichen Trend auf TikTok & Co.

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Tanya Rodriguez, 44, und James Carolfi, 52, waren Anfang April tot in der Garage ihres Hauses in Marathon County gefunden worden, nachdem Einsatzkräfte zur Löschung eines Brandes ausgerückt waren. Da die Leichen erst nach den Löscharbeiten gefunden wurden, hatte die Polizei den Vorfall zunächst als Mord eingestuft, wie die Zeitung „The Kansas City Star“ berichtet.

„Aufgrund der Art des Vorfalls und der erheblichen Schäden, die durch das Feuer verursacht wurden, war es unglaublich schwierig, die Todesursache und die Abfolge der Ereignisse zu bestimmen“, erläuterte Chief Deputy Chad Billeb von der örtlichen Polizei in einer Pressekonferenz. Ermittler fanden letztlich aber heraus, dass das Paar bereits vor dem Brand durch einen Stromschlag ums Leben gekommen war. Ihr Tod wurde daraufhin als Unfall eingestuft.

Polizei warnt vor gefährlichem viralen Trend
Dieser wiederum dürfte auf einen viralen Trend zurückzuführen sein, der als fraktale Holzverbrennung oder auch Lichtenberg-Verfahren bekannt ist. Mittels Hochspannung werden dabei baumähnliche Muster und Designs in Holz gebrannt, das dafür zuvor mit einer leitenden Flüssigkeit behandelt wurde.

„Angesichts dieser Tragödie möchten wir die Bevölkerung über die Gefahren der fraktalen Holzverbrennung aufklären, einer Kunstform, die auf Social-Media-Seiten wie TikTok, Facebook und YouTube an Popularität gewonnen hat“, sagte Billeb und warnte: „Dieses Verfahren ist sehr gefährlich und sollte nur von geschulten Fachleuten durchgeführt werden.“

Allein auf TikTok verzeichnen Videos und Anleitungen zum fraktalen Holzbrennen demnach über elf Millionen Aufrufe.

Ratschläge von YouTube oder einer anderen Social-Media-Website anzunehmen, um einen Bastelartikel oder ein anderes Kunstwerk zu erstellen, „ist nicht sicher, wenn man mit Elektrizität zu tun hat“, fuhr Billeb fort und verwies auf Angaben des Pathologielabors in Wisconsin, denen zufolge es in der Vergangenheit bereits ähnliche Todesfälle im Zusammenhang mit dem Trend gegeben haben soll.

„Unsichtbarer Killer“
Nach Angaben der amerikanischen Drechsler-Vereinigung (American Association of Woodturners) sind bislang mindestens 33 Menschen bei Unfällen im Zusammenhang mit fraktaler Holzverbrennung gestorben. Auf ihrer Website warnt die Vereinigung daher eindringlich vor Arbeiten mit dem „unsichtbaren Killer“ Hochspannungselektrizität.

„Die Gefahr, die von einem sich drehenden Sägeblatt ausgeht, ist leicht zu erkennen. Es ist ganz offensichtlich, dass der Kontakt mit einem sich bewegenden Sägeblatt zu Verletzungen führt, aber in fast allen Fällen wird ein sich drehendes Sägeblatt Sie nicht töten. Bei der fraktalen Verbrennung genügt ein kleiner Fehler und Sie sind tot“, heißt es dort.

„Wenn Sie einen Fraktalbrenner haben, werfen Sie ihn weg. Wenn Sie sich für Fraktalbrennen interessieren, hören Sie sofort damit auf und wenden Sie sich etwas anderem zu. Dies könnte Ihr Leben retten.“

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