30.03.2022 12:59 |

Internet von der Gang

Drogen-Banden spielen bewaffnet den Provider

Der Handel mit Drogen oder Waffen gehört für Gangs zum Alltagsgeschäft. Doch in Brasilien scheinen immer mehr kriminelle Banden ein neues Tätigkeitsfeld für sich entdeckt zu haben: Sie machen Internetprovidern das Geschäft streitig.

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Wie heise.de unter Berufung auf Reuters berichtet, zerstören kriminelle Banden in immer mehr Gebieten Brasiliens die lokale Netzinfrastruktur, indem sie Hardware stehlen, um anschließend mit dieser selbst zum Internetanbieter zu werden. Technikern der legalen Provider, die ausrückten, um die Leitungen zu reparieren, lauerten bewaffnete Mitglieder der Banden auf und stellten dadurch sicher, dass sie die jeweiligen Stadtviertel nicht mehr betreten.

Oi, einer der größten Internetanbieter Brasiliens, hat eigenen Angaben zufolge allein in Rio de Janeiro bereits 105 Gebiete aufgegeben und den kriminellen Gangs überlassen. Mitarbeiter des Unternehmens würden diese Stadtteile nicht mehr betreten, hieß es. Dem Bericht nach hat sich die Zahl derartiger Sperrgebiete seit 2019 vervierfacht.

Manager in Angst
Die daraus resultierenden Kosten für legitime Provider in Brasilien sollen sich heuer auf mehr als 200 Millionen Euro summieren. Ihre Manager lebten zudem in Angst vor den Banden, hieß es. Der Branchenverband Conexis appellierte daher dem Bericht nach an die Behörden des Landes, die legalen Internetanbieter besser zu schützen.

Regelmäßige Hausbesuche
Für die neuen, illegalen Anbieter scheint das Geschäft mit dem Internet indes ein erträgliches zu sein. Sie legten Wert auf eine hohe Zahlungsmoral, die durch regelmäßige Hausbesuche, bei denen bar bezahlt werden müsse, sichergestellt werde, hieß es. Zugleich eröffneten sich durch den Netzbetrieb für die Banden neue Möglichkeiten der Überwachung in den von ihnen kontrollierten Gebieten.

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