Präklampsie

Schwangerschaftsvergiftungen auf dem Vormarsch

So genannte „Hypertensive Erkrankungen“ in der Schwangerschaft kommen immer häufiger vor. Einerseits, weil die Mütter stetig älter werden und Risikofaktoren wie Übergewicht oder Diabetes zunehmen. Andererseits aber auch, weil die Schwangerschaftsvergiftung bei bis zu zehn Prozent der mit Corona infizierten werdenden Mamas auftritt.

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Hypertonie ist nach wie vor das zentrale Symptom. „Jeder, auch vorbestehende, Bluthochdruck über 140/ 90 mmHg gemeinsam mit einem anderen Marker wie z.B. hohe Eiweißwerte im Harn oder einer Plazentastörung, gilt heute als Präklampsie und kann Mutter sowie Kind schaden“, erläuterte die Gynäkologin OÄ Dr. Sabine Enegl vom Kepler Universitätsklinikum Linz, auf dem Apotheker Kongress in Schladming (Stmk.). „Bis zu zwei Prozent der Schwangeren sind betroffen, bei Corona-Infizierten bis zu zehn Prozent. 70.000 Mütter in spe sterben nach wie vor weltweit daran. Schlaganfälle, Nierenversagen oder Hirnblutungen können nämlich die gefährlichen Folgen sein“

Zusätzliche Anzeichen sind etwa Oberbauchschmerzen, Übelkeit, Kopfweh, Augenflimmern, Unwohlsein, Atemnot oder Wasseransammlungen im Körper. Die Geburt des Kindes wäre die einzige „richtige“ Therapie, doch wollen Ärzte naturgemäß vielfach keine Frühgeburt riskieren. Um das Leben der Mutter zu schützen, müssen die Blutdruckwerte gesenkt werden. Dies darf nicht zu drastisch passieren, um beim Baby keine Mangeldurchblutung zu verursachen. Hier sind verschiedene Medikamente zugelassen. „Wer bereits vor der Schwangerschaft unter Hypertonie leidet, sollte seine Arzneien schon bei Kinderwunsch auf geeignete Therapien umstellen lassen“, rät Dr. Enengl.

Die umfassende Nachsorge ist ebenfalls wichtig. Der Blutdruck muss weiterhin gemessen werden, die Frauen sollen regelmäßig zur Kontrolle gehen. Denn die Gefahr ist groß, dass bei ihnen später Herz-Gefäß-Erkranklungen auftreten, die Hypertonie bestehen bleibt, es zu Herzinfarkt oder Schlaganfall kommt. Auch kann die nächste Schwangerschaft wieder durch Präklampsie beeinträchtigt werden. Das Risiko dafür liegt bei bis zu 18 Prozent.

Eva Greil-Schähs
Eva Greil-Schähs
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Montag, 23. Mai 2022
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