Mit seiner Krypto-Handelsplattform BitConnect versprach Satish Kumbhani satte Gewinne. Doch das Ganze entpuppte sich als Schneeballsystem, das Anleger in den USA um 2,4 Milliarden Dollar prellte. Jetzt wurde der 36-jährige Internetunternehmer angeklagt. Die Behörden stehen jedoch vor einem entscheidenden Problem.
Denn wo sich Kumbhani aktuell aufhält, ist nicht bekannt, wie „Engadget“ unter Berufung auf die US-Börsenaufsicht SEC berichtet. Diese räumte am Montag in einer Gerichtsakte ein, keine Adresse von dem indischen Staatsbürger zu haben.
„Der Aufenthaltsort von Kumbhani ist nach wie vor unbekannt, und die Kommission kann nicht sagen, wann ihre Bemühungen, ihn ausfindig zu machen, erfolgreich sein werden, wenn überhaupt“, schrieb die SEC. Sie vermutet, dass der mutmaßliche Krypto-Betrüger sich in ein anderes Land abgesetzt hat.
Behörde vor Dilemma
Das stellt die Behörde vor ein Dilemma. Denn dem Bericht nach handelte es sich bei der bereits 2018 dichtgemachten Plattform BitConnect um eine Gesellschaft ohne Rechtspersönlichkeit und nicht um ein formelles Unternehmen, weshalb alle Gerichtspapiere an Kumbhani selbst zugestellt werden müssen.
Um etwas Zeit zu gewinnen, bittet die SEC das US-Bezirksgericht für den südlichen Bezirk von New York daher nun um eine Verlängerung der Zustellfrist von 90 Tagen. Ob es binnen dieser gelingt, den unter anderem wegen Computerbetrugs und Geldwäsche angeklagten Kumbhani ausfindig zu machen und vorzuladen, bleibt abzuwarten. Im Falle einer Verurteilung drohen ihm bis zu 70 Jahre Haft.
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