Vergangene Saison

Langlauf-Ass spekulierte mit dem Karriereende!

Olympia
01.02.2022 12:46

Sie stehen im österreichischen Langlauf-Schatten von Teresa Stadlober, seit Samstag aber im olympischen Scheinwerferlicht. Noch in Abwesenheit ihrer erfolgreicheren Landsfrau haben Lisa Unterweger sowie das Männer-Trio Mika Vermeulen, Benjamin Moser und Michael Föttinger am Dienstag schon ihren dritten Tag auf der Olympia-Loipe in Zhangjiakou absolviert. Diese war davor Neuland gewesen und brachte vor dem Wettkampfbeginn am Wochenende bereits wertvolle Erkenntnisse.

Vermeulen zeigte sich von der Strecke für die Distanzrennen beeindruckt. „Das ist mit Abstand die härteste Strecke, die ich jemals gesehen habe. Aber das passt für mich. Es dürfte noch ein bisschen steiler sein, doch zum Meckern gibt es definitiv nichts“, sagte der 22-Jährige. „Es ist brutal schön, die Stiege sind extrem lang. Mein leichtes Gewicht ist sicher kein Nachteil.“ Moser und Föttinger berichteten über eine ebenso fordernde Sprint-Strecke. Moser: „Es ist sehr anspruchsvoll.“

Herausfordernd seien generell die Temperaturen, bei der Wachshütte der Österreicher seien Dienstagfrüh 25 Grad minus gemessen worden. „Ohne Sonne ist es zapfig, noch dazu haben wir die Sprints am Abend“, verdeutliche Moser. „Das wird sicher eine Rolle spielen und natürlich die Höhe. Das wird alles in allem eine Herausforderung.“ Föttinger berichtete von stürmischen und eiskalten Bedingungen am Montag. „Wenn die Sonne heraußen ist, geht es. Wenn sie weg ist, dann zieht es richtig an.“

Kraft- und Sprinttraining
Kraft und Sprints wurden am Dienstag trainiert, für Mittwoch ist ein internes Testrennen geplant. „Damit wir ein Gefühl für die Länge bekommen“, erläuterte Moser und Föttinger ergänzte: „Damit wir wissen, in welchem Tempo man den ersten Stieg angehen kann.“ Die Länge des Kurses ist vor kurzem von 1,7 km um rund 200 m verkürzt worden. „In der Höhe wäre das ganz schön lang geworden“, begrüßte Föttinger diese Entscheidung. Der Schnee sei in der Früh stumpf, werde dann eisig und schnell.

Für Moser, Föttinger und Unterweger starten diese Spiele am nächsten Dienstag mit dem Einzel-Sprint im Skating-Stil. Für diese drei Aktiven folgt acht Tage danach der Team-Sprint klassisch, wobei Stadlober mit Unterweger laufen wird. Die Steirerin absolviert dazwischen noch den Bewerb über 10 km klassisch, für die noch bis Freitag 26-Jährige sind es ihre zweiten Spiele. Dabei hatte sie nach der vergangenen Saison ernsthaft damit spekuliert, es überhaupt mit ihrer Karriere sein zu lassen.

In Pyeongchang trotz Bandscheibenvorfall gestartet
„Das ganze Umfeld und die Wettkämpfe zu bestreiten, hat überhaupt keinen Spaß gemacht“, blickte Unterweger im Gespräch auf die Zeit rund um die WM 2021 in Oberstdorf zurück. „Dann habe ich mit aber gesagt, es ist noch Feuer da. Und eine Flamme, die fast schon ausgegangen ist, brennt jetzt wie noch nie. Jetzt sind alle Türen offen und ich schaue, wie lange es noch weitergeht. Jetzt ist aber einmal mein Hauptziel, dass ich diese Spiele genießen kann.“

Allerdings habe sie auch noch eine Rechnung mit den Olympischen Spielen offen. „Ich habe mich vor vier Jahren weit unter meinem Wert geschlagen. Daher möchte ich jetzt schauen, dass ich in jedem Rennen meine Leistung abrufen kann. Wenn ich das, was ich kann, rausbringe, bin ich davon überzeugt, dass etwas Gutes rauskommt.“ Freilich sei sie in Pyeongchang mit einem kurz vor den Spielen festgestellten Bandscheibenvorfall in ihre ersten olympischen Wettkämpfe gegangen.

Uhren extra umgestellt
Die nötige Operation folgte im Mai 2018, Nachwirkungen spüre sie heute noch bei langem Stehen. Sonst laufe es aber sehr gut. Um in China möglichst viel zu erreichen, hat Unterweger quasi schon daheim im Jänner die Uhren umgestellt und in der Nacht trainiert, um sich auf die Zeitumstellung einzustimmen. Auch ihr Trainingsumfeld hat sie neu gestaltet. So war sie im Sommer mit Tschechiens Team in der Höhe, und waren und sind ihr Vater und ihr Freund Tobias Habenicht an ihrer Seite federführend.

Und das mit Erfolg, wie Unterweger bekräftigte. „Ich habe die beste Saison meiner Karriere. Bei jedem Wettkampf ist es mir richtig gut gegangen. Ich gehe meinen Weg, das ist der richtige.“ Ihr Freund habe seine internationale Langlauf-Karriere aufgegeben, um sie zu unterstützen. Unterweger: „Er hat ein Schmuckgeschäft in Klagenfurt übernommen und kann sich das gut einteilen, dass er mich unterstützt.“ Bei Olympia werde sie aber vom ÖSV-Duo Philipp Bachl und Michael Bonfert betreut.

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