14.01.2022 08:00 |

Marktdominanz

Facebook droht Sammelklage in Milliardenhöhe

Weil es seine Marktdominanz missbraucht haben soll, droht dem sozialen Netzwerk Facebook in Großbritannien eine Sammelklage in Höhe von 2,3 Milliarden Pfund (rund 2,75 Milliarden Euro). Liza Lovdahl Gormsen, eine leitende Beraterin der britischen Aufsichtsbehörde Financial Conduct Authority, reichte eine entsprechende Klage laut eigenen Angaben im Namen von mehreren Klägern in Großbritannien ein, die Facebook zwischen 2015 und 2019 genutzt hätten. Der Konzern soll demnach die persönlichen Daten von 44 Millionen Nutzern ausgenutzt haben.

In der Klage, die vor dem Londoner Berufungsgericht für Wettbewerbsrecht verhandelt wird, wird behauptet, dass Facebook Milliarden von Pfund verdiente, indem es unfaire Geschäftsbedingungen aufstellte, die von den Verbrauchern die Herausgabe wertvoller persönlicher Daten für den Zugang zum Netzwerk verlangten.

Facebook habe einen „unfairen Preis“ für seine britischen Nutzer festgelegt, heißt es in der Klage. „Der ‘Preis‘, der für den Zugang zum sozialen Netzwerk festgelegt wurde, bestand in der Herausgabe der äußerst wertvollen persönlichen Daten der britischen Nutzer auf einer ‘take it or leave it‘-Basis für die Nutzung des Netzwerks. Im Gegenzug erhielten die Nutzer lediglich „kostenlosen“ Zugang zum sozialen Netzwerk von Facebook und keinerlei finanzielle Entschädigung, während Facebook mit den Daten seiner Nutzer Milliardeneinnahmen erzielte. Dieses unfaire Geschäft war nur aufgrund der Marktdominanz von Facebook möglich.“

„Vormachtstellung ausgenutzt“
„In einem freien und fairen Markt sollte der Wettbewerb zu niedrigeren Preisen und höherer Qualität führen. Aber je größer ein Unternehmen auf dem Markt ist, desto weniger Auswahl haben wir, egal, was es sonst noch tut. Facebook hat seine Vormachtstellung auf Kosten seiner Nutzer ausgenutzt“, schreibt Gormsen.

Die Sammelklage auf Grundlage des sogenannten Competition Act ist die erste ihrer Art gegen den Facebook-Mutterkonzern Meta im Vereinigten Königreich und zielt darauf ab, mindestens 2,3 Milliarden Pfund zuzüglich Zinsen als Schadensersatz zu erlangen. Die Anwaltskanzlei Quinn Emanuel Urquhart & Sullivan, die Lovdahl Gormsen vertritt, hat Facebook über die Klage bereits informiert.

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