01.12.2021 14:05 |

Ablenkungsmanöver?

F1 in Saudi-Arabien: Der Hofbaumeister war am Werk

Neun Monate wurde bis zuletzt an dem neuen Kurs im Wüstenstaat gebaut. Verantwortlich für das Design war wieder einmal der Hofbaumeister der Formel 1, Hermann Tilke, zusammen mit seinem Sohn Carsten. Der Jeddah Corniche Circuit ist mit 6,174 Kilometern hinter Spa-Francorchamps der zweitlängste Kurs des Rennkalenders. Zugleich ist er der längste Stadtkurs noch vor Baku. Das Spektakel findet unter Flutlicht statt.

Artikel teilen
Drucken
Kommentare
0

Die Lage: Der Kurs verläuft entlang der Küste des Roten Meeres und schlängelt sich durch die Lagune rund um die „schwimmende Moschee“. Die Al-Rahma Moschee fußt auf weißen Stelzen, bei Flut wirkt es so, als ob sie auf den Wellen vor sich hintreibt. Das Panorama an der Uferpromenade stimmt also - das Tempo auch. Simulationen zufolge erreichen die Piloten bis zu 350 km/h. Durch gleich 27 Kurven (11 rechts, 16 links) - so viele wie auf keiner anderen Strecke - jagen sie mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von rund 252 km/h, nur Monza mit 264 km/h wäre noch schneller.

Hamilton rebelliert
Der Konflikt: Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International hat schon bei der Ankündigung im vergangenen Jahr den Grand Prix scharf kritisiert. Saudi-Arabien wolle mit dem Gastspiel von der schlechten Menschenrechtslage im Land ablenken. Mercedes-Superstar Lewis Hamilton verwies 2020 darauf, dass die Formel 1 eine „kraftvolle Plattform“ sein könne, „um Dinge in Bewegung zu setzen“ und die Welt zum Besseren zu verändern. Hamilton hat nun angekündigt, auch bei den letzten beiden Saisonrennen in Saudi-Arabien und Abu Dhabi seinen neuen Helm mit Regenbogen-Lackierung zu tragen. Er will sich damit unter anderem für eine freie sexuelle Orientierung einsetzen.

Das Besondere: Saudi-Arabien ist das 34. Gastgeberland eines Formel-1-Rennens. Das lässt sich das Königreich Medienberichten zufolge auch einiges kosten. Von angeblich 900 Millionen US-Dollar Antrittsprämie für zehn Jahre ist die Rede. Schon seit 2020 ist der saudi-arabische Mineralöl-Konzern Aramco Hauptsponsor der Rennserie. Der Wüstenstaat will sich mit seinem Reformprogramm „Vision 2030“ bis zu jenem Jahr unabhängiger machen vom Öl - auch durch Investitionen im Ausland und eben im Sport.

krone Sport
krone Sport
Kommentare

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Montag, 24. Jänner 2022
Wetter Symbol
(Bild: whow)