Zehn-Jahres-Studie

Frauenmorde: Jeder dritte Tatort liegt in Wien

Mutmaßlich 28 Frauen wurden in diesem Jahr alleine bis zum heutigen Datum in Österreich ermordet. Die Ergebnisse einer nun durchgeführten Zehn-Jahres-Studie schockieren zusätzlich: Demnach ist jeder dritte Tatort in Wien, sowohl die Täter als auch Opfer sind meist unter 39 Jahre alt. Neun von zehn Tatverdächtigen sind männlich, jeder Dritte hat keine österreichische Staatsbürgerschaft.

„Gewalt an Frauen ist immer noch traurige Realität. Das zeigen auch die letzten Tage“, eröffnet Frauenministerin Susanne Raab (ÖVP) am Donnerstag die Pressekonferenz zum Gewaltschutzgipfel, im Rahmen dessen die Ergebnisse der Langzeitstudie präsentiert wurden. Die Veranstaltung ist in Österreich der Auftakt der weltweiten „16 Tage gegen Gewalt“-Aktion.

Ein Tatort in Wien (Bild: APA/MICHAEL GRUBER)
Ein Tatort in Wien

Laut den Ergebnissen der Studie wurden 33,2 Prozent der Morde in Wien verübt, 19,6 Prozent in Niederösterreich und 12,0 Prozent in der Steiermark. 90,5 Prozent der Tatverdächtigen sind demnach Männer.

44,1 Prozent der Mordverdächtigen sind zwischen 18 und 39 Jahren alt. 67,7 Prozent sind österreichische Staatsbürger, 32,3 Prozent haben eine andere Staatsbürgerschaft.

Studie zu Frauenmorden in Österreich

  • Die Studie wurde im Zeitraum vom 1. Jänner 2010 bis zum 31. Dezember 2020 durchgeführt.
  • 777 Fälle wurden untersucht - 319 davon waren Frauenmorde, 458 versuchte Morde.
  • Die meisten Fälle wurden im Jahr 2019 registriert, insgesamt 111 Fälle in diesem Jahr wurden untersucht.
  • 2019 gab es 43 Frauenmorde und 68 versuchte Morde.

39,1 Prozent der Opfer sind zwischen 18 und 39 Jahren alt, fast acht Prozent waren sogar minderjährig. 71,4 Prozent der Opfer sind Österreicherinnen. Mehr als 80 Prozent der Opfer kannten den Täter, über 60 Prozent standen gar in einer familiären Beziehung.

„Notruf lieber einmal zu viel wählen“
Gemeinsam mit Raab betonte Innenminister Karl Nehammer (ÖVP) bei der Pressekonferenz die Wichtigkeit der Präventionsarbeit. „Aus polizeilicher Sicht ist eines wichtig: Wir sind immer noch zu wenig involviert“, appellierte Nehammer an Betroffene, „lieber einmal den Notruf zu viel als zu wenig zu wählen“.

Frauenministerin Susanne Raab, Gewaltschutzzentren-Vorsitzende Marina Sorgo und Innenminister Karl Nehammer (Bild: APA/GEORG HOCHMUTH)
Frauenministerin Susanne Raab, Gewaltschutzzentren-Vorsitzende Marina Sorgo und Innenminister Karl Nehammer

Gemeinsam unterzeichneten Nehammer und Raab zusammen mit Marina Sorgo, Vorsitzende des Dachverbandes Gewaltschutzzentren, im Anschluss eine Kooperationsvereinbarung.

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