25.10.2021 13:15 |

Leserecho

Das sagen „Krone“-Leser zum Gender Pay Gap

Der 25. Oktober ist auch als „Equal Pay Day“ bekannt. Dieser bezieht sich darauf, dass Männer ab diesem Tag das verdient haben, wofür Frauen noch bis Jahresende arbeiten müssen. Soll heißen, Frauen arbeiten also 68 Tage „gratis“. Die „Krone“-Leserinnen und -Leser diskutierten, weshalb es zu dieser Ungleichheit kommt.

Der sogenannte Gender Pay Gap zeigt auf, dass Vollzeit arbeitende Frauen in Österreich durchschnittlich 18,5 Prozent weniger verdienen als Männer. Dies liegt vor allem auch daran, dass oft die Frau sich um Kinderbetreuung kümmert. Auch der Wiedereinstieg ins Berufsleben erfolgt dadurch meist in Teilzeit-Ausmaß. Männer bleiben eher in ihrer Vollzeit-Anstellung und spüren daher keine Gehaltseinbußen.

Userin Rosalie01 erzählt aus eigener Erfahrung, dass es „ein steinerner Weg“ war, nach der Karenz wieder auf ein gutes Gehaltslevel zu kommen. Man muss am Ball bleiben und versuchen, sich weiterzubilden - auch wenn dies mit Kind nicht immer einfach ist.

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Leserkommentare
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Rosalie01
Ich bin eine Frau, und mit meinem Gehalt sehr zufrieden. Bevor ich mich dazu entschlossen habe, Mutter zu werden, habe ich mir etwas erarbeitet. Nach der Karenz war es ein steiniger Weg, wieder auf dieses Level zu kommen. Da muß man am Ball bleiben bzw. versuchen sich weiterzubilden, auch wenn es oft mit Kind sehr anstrengend ist. Momentan arbeite ich in den mir zur Verfügung stehenden Zeitfenstern (Schule, Nachmittagsbetreuung) Teilzeit, und verdiene auf Vollzeit aufgerechnet mehr als zuvor. Meine Teilzeitstunden richte ich vorallem nach den Bedürfnissen meines Kindes, weil ich gerne Mama bin.
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Dass in Branchen verschiedene Gehälter gezahlt werden, erwähnt User Arendt. So seien Berufe im MINT-Bereich besser bezahlt, jedoch noch weniger Frauen darin unterwegs als Männer. Als Argument nennt auch schmeisshirnvomhimmel die Kinderbetreuung, weshalb Frauen beruflich eher auf der Strecke bleiben. In skandinavischen Ländern wären bereits Maßnahmen getroffen, um die Lohnschere auszugleichen. 

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Arendt
Dieser Artikel vergleicht Äpfel mit Birnen. Es werden Gehälter verschiedener Branchen verglichen. MINT Berufe werden bekannter Weise besser bezahlt als andere. Blickt man jedoch in eine HTL oder Technische Universität oder gar Baustelle so erkennt man, dass dort deutlich weniger Frauen vertreten sind. Niemand verbietet Frauen ein technisches Studium oder eine HTL für Elektrotechnik zu absolvieren.
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schmeisshirnvomhimmel
Ihre Ausführungen sind durchaus richtig, bedürfen aber noch einer kleinen Ergänzung. Auch innerhalb der selben Branche gibt es Unterschiede, welche meist darin begründet sind, dass Frauen aufgrund der Karenz und Kindererziehungszeiten oft nicht in der Karriereleiter gleichwertig wie die Männer partizipieren. Hier wurde schon in den letzten Jahren Einiges verbessert und für junge Väter gibt es nun auch lukrative Möglichkeiten sich der Kindererziehung zu widmen. Allerdings wirkt sich das erst in einigen Jahrzehnten spürbar aus und gegenüber den skandinavischen Ländern haben wir hier auch noch großen Aufholbedarf, auch was die Ganztagsbetreuungsangebote für Kinder betrifft.
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Viele Stimmen gab es auch für den körperlichen Unterschied zwischen Frau und Mann. Biobauer und Kracher sehen unter anderem darin einen Faktor, weshalb weibliche Personen weniger verdienen. Körperlich anstrengende Berufe werden häufig eher von Männern ausgeführt, diese würden auch besser bezahlt werden als Tätigkeiten im Sozialbereich oder Dienstleistungen.

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Kracher
Grundsätzlich sollte gleiche Leistung auch gleich bezahlt werden, allerdings gebe ich zu bedenken, dass gerade bei körperlich schweren Arbeiten, wo Frauen genau so mitarbeiten wollen, vieles männliche Kollegen erledigen müssen, da es die Frauen einfach körperlich nicht schaffen. Es gibt einfach Arbeiten die sind für Männer und auch für Frauen nicht geeignet.
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Biobauer
Natürlich wollen alle Frauen Chancengleichheit bei Führungsjobs, bei den Aufsichtsräten und in der Politik.

Warum wollen sie aber keine Chancengleichheit auf Baustellen, in der Zimmerei, bei Asphaltierpartien, Landmaschinen und Autowerkstätten, etc.
Komisch in diesen Berufen seh ich nahezu Ausschließlich nur Männer.
Und das diese Knochenjobs wohl besser bezahlt sind als eine Verkäuferin im Modegeschäft, ist wohl jeden klar.

Also meine Lieben Frauen, ab auf die Baustelle, dann verdient ihr auch mehr.
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Aber auch das Friseurin-Bauarbeiter-Argument ist widerlegt. Ingrid Moritz, Leiterin der Abteilung für Frauen und Familie der Arbeiterkammer Wien, sieht in der Leistung keinen Faktor für die Lohnschere: "Eine Person in der Pflege hebt oft wesentlich mehr als auf der Baustelle. Frauen machen viele Arbeiten, die anstrengend und unsichtbar sind".

Wenn es in diesem Tempo mit den Maßnahmen gegen die Lohnungerechtigkeit weitergeht, gleichen sich diese erst im Jahr 2054 aus. Daher sollten Lohntransparenz, flächendeckende Kinderbetreuung und Ausgleich der stereotypischen Arbeitsaufteilung im Haus gefördert werden.

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