17.10.2021 15:59 |

Kunst ganz unzensiert

Wien lässt auf OnlyFans sämtliche Hüllen fallen

Kunstwerke, die auf Facebook & Co. bislang der Zensur zum Opfer gefallen sind, gibt es ab sofort ganz unverhüllt auf OnlyFans zu sehen. Mit einem eigenen Kanal lässt der WienTourismus dort ab sofort die Hüllen fallen und präsentiert nackte Werke von Rubens bis Schiele. Mit der provokanten Aktion wollen die Werber eine Debatte über die Freiheit der Kunst im Internet initiieren.

„In den sozialen Medien bestimmen Algorithmen, wie viel Nacktheit gezeigt werden darf, und zensieren dabei nicht selten weltberühmte Kunstwerke. Wir stellen daher die Frage, wie viel Nacktheit wir aushalten und wer bestimmen kann, was wir als anstößig empfinden“, so WienTourismus-Direktor Norbert Kettner in einer Mitteilung anlässlich des „Striptease“ auf OnlyFans.

Auf dem „Vienna Tourist Board“-Kanal werden dort ab sofort Werke präsentiert, „die Teile des internationalen Kunstkanons sind, aber aufgrund von Nacktheit auf anderen sozialen Medien der Zensur unterliegen“. Zu sehen sind etwa Werke von Amedeo Modigliani, Egon Schiele, Tizian oder Rubens. Ebenfalls nicht fehlen darf die Venus von Willendorf - Fotos der 30.000 Jahre alten Kalksteinfigur waren vom Facebook-Algorithmus in der Vergangenheit bereits als pornografischer Inhalt angesehen und gelöscht worden.

Von „nicht jugendfrei“ bis „pornografisch“
Dass es nach wie vor Vorbehalte gegenüber nackter Kunst gibt, mussten die Werber bei ihrem Versuch, mit Teaser-Videos auf Instagram und Twitter auf die Aktion aufmerksam zu machen, feststellen: Sogar jene Videos, in denen sensible Körperteile verdeckt oder abgeschnitten wurden, wurden als „nicht jugendfrei“, „Erwachsenenunterhaltung“ oder „pornografisch“ eingestuft. Eine direkte Verlinkung auf OnlyFans sei zudem von den Social-Media-Kanälen grundsätzlich ausgeschlossen worden, hieß es.

„Twitter lehnte sämtliche Sujets aufgrund des OnlyFans-Bezugs auf der Landingpage ab. Facebook und Instagram erlaubte die Bewerbung mit der Venus von Willendorf sowie einem Modigliani-Gemälde, nachdem der Kunst-Hintergrund beim Service-Team der Kanäle dargelegt werden konnte. Das Schiele-Sujet sowie das Rubens-Sujet wurden mit der Begründung von ‚übermäßig nackter Haut‘ und ‚Erwachsenenunterhaltung‘ abgelehnt“, so WienTourismus.

Eintrittskarten für Abonnenten
Abonnenten des OnlyFans-Auftritts bekommen übrigens nicht nur nackte Tatsachen präsentiert, sondern erhalten zudem eine Eintrittskarte für die an der Aktion teilnehmenden Museen (Leopold Museum, Kunsthistorisches Museum Wien, Albertina und Naturhistorisches Museum Wien) oder eine Vienna City Card.

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