07.10.2021 13:00 |

Eine Farce

Vernichtendes Urteil über Fußachs Pinky und Brain

Völlig verheerend fiel der Rechnungshofbericht zur Prüfung der Gemeinde Fußach aus: So stellte Rechnungshofchefin Brigitte Eggler-Bargehr nicht nur gravierende Mängel bei Verträgen und Dienstverhältnissen, nicht nachvollziehbare Auszahlungen von Gehältern und Überstunden fest. Auch spekulative Finanzgeschäfte mit entsprechend hohen Verlusten wurden getätigt.

„28 Jahre Bürgermeister Blum und das Ergebnis sind 46 Handlungsempfehlungen des Rechnungshofes, die Fußach nun umsetzen muss“, resümierte Christoph Metzler (Grüne) in der Landtagssitzung am Mittwoch. Bereits vor zwei Wochen war Fußachs ehemaliger Gemeindechef im Kontrollausschuss des Landtags erschienen und hatte sich dort ziemlich unbeliebt gemacht. „Im Nachhinein eine junge Frau als Amtsleiterin auszugeben und die Verantwortung abzuschieben ist eine Farce“, ärgerte sich Metzler. Thomas Winsauer (ÖVP) kritisierte fehlende Einsicht und hätte eine Entschuldigung bei den Fußachern für angemessen gehalten.

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Im Nachhinein eine junge Frau als Amtsleiterin auszugeben und die Verantwortung abzuschieben ist eine Farce

Christoph Metzler, Landtagsabgeordneter (Grüne)

Keine Einsicht
Erzürnt ob des fehlenden Erinnerungsvermögens und den offenbar falschen Darstellungen war auch Parteikollege Patrick Wiedl, der Blum und seinen langjährigen Finanzleiter mit den Comic-Figuren Pinky und Brain verglich. „Wer jahrelang ein Geschäft bestiehlt und hintergeht und dann damit argumentiert, dass der Geschäftsführer besser aufpassen sollte, der betreibt Täter-Opfer-Umkehr“, wetterte er. Wüsste ein Bürgermeister nicht, was er darf und was nicht, sei er für das Amt schlicht und einfach ungeeignet. Ebenso in der Verantwortung sah er neben Bürgermeister und Finanzleiter auch die Hausbank der Gemeinde.

Auffällig zurückhaltend gaben sich die Freiheitlichen. Das entging der oftmals gescholtenen ÖVP nicht: „Als es um die Berichte über Göfis und die Gemeindeinformatik ging, haben sie sauber reingeholzt“, bemerkte Harald Witwer (ÖVP) süffisant und ärgerte sich sogleich über Klubobmann Christof Bitschi. Der lenkte schnell vom Thema ab und verwies auf die Hausdurchsuchungen beim ÖVP-Parteichef Kurz.

Etwas konstruktivere Vorschläge hatte Bitschis Parteikollege Daniel Allgäuer. Er sprach sich für eine personelle Aufstockung des Rechnungshofpersonals aus und forderte bessere Kontrollmechanismen. Ein Vorschlag, der auch von den Klubobleuten Sabine Scheffknecht (NEOS) und Thomas Hopfner (SPÖ) unterstützt wurde.

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