14.09.2021 06:00 |

Ermittlungen stocken

Drohungen und Gewalt: Weiter Vorwürfe gegen Arzt

Die heftigen Vorwürfe gegen einen steirischen Arzt, der Frauen vergewaltigt, bedroht und geschlagen haben soll - wir haben berichtet -, beschäftigen weiterhin die Justiz. Während ein Prozess noch läuft, will die Staatsanwaltschaft Graz die Ermittlungen in zwei weiteren Fällen einstellen. Die Frauen wollen das nicht hinnehmen, eine Tonaufnahme soll eine Drohung mit einer Pistole beweisen.

Was einem steirischen Spitalsarzt vorgeworfen wird, klingt wie aus einem verstörenden Film: Er soll mit Frauen Verträge über harte Sex-Praktiken und strenge Geheimhaltung darüber abgeschlossen haben. Dabei soll er die Grenzen aber klar überschritten haben. Seine Sexualpartnerinnen werfen ihm vor, er habe sie bedroht, geschlagen und eingeschüchtert. Auch der Vorwurf der Vergewaltigung steht im Raum. Im Frühjahr 2021 begannen die Ermittlungen; für den Mediziner gilt die Unschuldsvermutung.

Im Rausch komplette ausgerastet
Die Opfer beschreiben den Arzt - über den inzwischen ein zeitweiliges Berufsverbot verhängt wurde - als launischen Psychopathen, der im Alkohol- und Drogenrausch immer wieder komplett ausgerastet sei. Seine Ex-Lebensgefährtin wirft ihm etwa vor, er habe sie über ein Balkongeländer im vierten Stock gehoben und gedroht, sie hinunterzuwerfen. Sie spricht von mehr als 50 gewalttätigen Angriffen - immer wieder habe er sie gewürgt und geschlagen.

Der Fall ist inzwischen vor Gericht gelandet. Der Beschuldigte wies bei der ersten Verhandlung im August alle Vorwürfe zurück, der Prozess wurde vertagt.

„Was muss erst passieren?“
In zwei weiteren Fällen will die Staatsanwaltschaft Graz nun die Ermittlungen einstellen. Sichergestellte Videos zeigen zwar einschlägige Sadomaso-Sexpraktiken des Beschuldigten mit den Frauen, es gebe aber keinen Hinweis, dass der Sex nicht einvernehmlich passiert ist. Den Opfern wäre es zudem freigestanden, die Beziehung zu beenden und nicht mehr zum Beschuldigten in die Wohnung zu kommen. Auch für die Drohung mit einer Waffe mangle es an Beweisen.

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Es gibt eine Aufnahme, auf der Drohungen und sogar das Laden einer Pistole zu hören sind.

Eine der betroffenen Frauen

Das will eine der betroffenen Frauen nicht gelten lassen: „Es gibt eine Aufnahme, auf der Drohungen und sogar das Laden einer Pistole zu hören sind. Die Staatsanwaltschaft sagt, dass diesen Drohungen ,die erforderliche Ernstlichkeit nicht beigemessen werden kann’. Wenn ein Opfer eine solche Drohung nicht ernst nehmen darf, was muss dann erst passieren?“ - Ob das für weitere Ermittlungen reicht, wird sich zeigen. 

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