29.08.2021 06:00 |

Stark, leicht, teuer

HP Elite Dragonfly G2: Edel-Ultrabook am Prüfstand

Der PC-Riese HP hat mit seinem Elite Dragonfly G2 ein neues Edel-Ultrabook im Sortiment. Es wiegt weniger als ein Kilo, verspricht mit einem Core i7 der neuesten Generation samt erstarkter Intel-Xe-Grafik, reichlich RAM und großer PCIe-SSD aber jede Menge Leistung. Dank 360-Grad-Scharnier und Eingabestift taugt das Gerät bei Bedarf auch als Tablet-Ersatz. Wir haben es ausprobiert.

2500 Euro will HP für das Elite Dragonfly G2 in der von uns getesteten Version. Dafür gibt es eine starke Ausstattung: HP verbaut Intels Core i7-1165G7 mit bis zu 4,7 Gigahertz Takt, vier Kernen und acht Threads, der von 32 Gigabyte LPDDR4X-Speicher unterstützt wird. Daten landen auf einer PCI3-SSD mit einem Terabyte Kapazität.

Das Gespann aus starkem Prozessor samt deutlich stärkerer Onboard-Grafik als bei früheren Intel-Chips und schnellem RAM enttäuscht nicht: Im Test erwies sich das HP-Ultrabook als reaktionsschnell und potent. Office-, Multimedia- und Surfaktivitäten sind überhaupt kein Problem, Bildbearbeitung ist ebenfalls möglich, sogar Spiele wie „GTA 5“ werden mit reduzierten Einstellungen flüssig dargestellt - noch vor ein paar Jahren völlig undenkbar mit der Onboard-Grafik eines Ultrabooks.

Der CPU-Lüfter säuselt unter Last hörbar, dringt dabei aber nicht in den unangenehmen Frequenzbereich vor. Bei geringer Auslastung arbeitet das System lautlos, bei Volllast wird es nach einer Weile gedrosselt.

Guter Bildschirm mit wenig Rand, aber Spiegelungen
Das Display gefällt ebenfalls: Dank besonders dünner Ränder nutzt das 13,3-Zoll-IPS-Display den verfügbaren Platz gut aus, außerdem ist der Full-HD-Bildschirm angenehm hell. Das muss er auch sein: Weil es sich um einen Touch-Bildschirm handelt, ist er von einer spiegelnden Glasscheibe bedeckt, was draußen gegenüber matten Bildschirmen problematisch sein kann.

Insgesamt hat HP dem Elite Dragonfly G2 aber ein sehr gutes Display spendiert, das - interessant für Business-User - sogar einen Modus bietet, der bei reduzierter Helligkeit dafür sorgt, dass bei der Arbeit unterwegs Dritte nichts vom Bildschirm ablesen können. Die Infrarot-Webcam oberhalb des Bildschirms sorgt für scharfe Videokonferenzen und ermöglicht den Login per Gesichts-Scan.

Business-Tugenden bis hin zum Display-Spionageschutz
Überhaupt hat das 16,1 Millimeter dünne Elite Dragonfly G2 Business-Kundschaft im Visier: Es bietet ein LTE-Modem, um auch unterwegs online gehen zu können. Es verfügt über eine - leider nur mit Spezialwerkzeug zu öffnende - Wartungsklappe, drei Jahre Garantie, einen Fingerabdruck-Login und reichlich Akkulaufzeit: Bis zu 16,5 Stunden verspricht der Hersteller, in der Praxis hängt die Laufzeit freilich von der Nutzungsintensität ab. Ein voller Arbeitstag ist aber selbst bei starker Auslastung drin.

Viele Anschlüsse, Aufrüstmöglichkeiten eingeschränkt
Auch die Anschlussausstattung gefällt: Obwohl das Elite Dragonfly G2 nicht einmal ein Kilo wiegt, bietet es einen vollwertigen HDMI-Anschluss, zweimal USB-C (Thunderbolt 4), eine Audioklinke und einen großen USB-3.0-Anschluss. Da könnte sich manch anderes Notebook-Leichtgewicht ein Beispiel nehmen. Neben LTE gibt es außerdem zeitgemäße Funkausstattung in Form von .ax-WLAN und Bluetooth 5.2. Einen Speicherkartenleser gibt es leider nicht.

Kleiner Wermutstropfen: Der Arbeitsspeicher des Elite Dragonfly G2 ist fix verlötet, kann also nach dem Kauf nicht mehr erweitert werden. Unter Last wird das Gerät an der Unterseite außerdem spürbar warm - bei Nutzung am Schoß für manch einen User vielleicht unangenehm warm.

Sauber verarbeitet, Windows 10 Pro vorinstalliert
Gut gefallen hat uns die Verarbeitungsqualität: Das Chassis aus einer Magnesiumlegierung ist steif und robust, mit seinem matten Finish außerdem nicht anfällig für Fingerabdrücke. Das 360-Grad-Scharnier macht einen langlebigen Eindruck und ist weder zu schwer- noch zu leichtgängig. Wer das Gerät tatsächlich als Tablet nutzen möchte, freut sich über den mitgelieferten Eingabestift, muss sich aber mit dem ungewöhnlichen Handling mit Tastatur an der Rückseite anfreunden können.

Am HP Elite Dragonfly G2 ist Windows 10 Pro vorinstalliert - inklusive etlicher HP-Dreingaben und Reklame für Adobe-Software. Was der Nutzer nicht braucht, kann problemlos deinstalliert werden. Manch HP-Dreingabe wie der spezielle Anti-Spionage-Bildschirmmodus ist in der Praxis aber durchaus nützlich, wird bei den meisten Nutzern also am System verbleiben.

Fazit: Potent, leicht, ausdauernd, reich an Anschlüssen und sauber verarbeitet: Das HP Elite Dragonfly ist ein tolles Ultrabook, das mehr als genug Leistung für die tägliche Arbeit und sogar das eine oder andere ältere 3D-Spiel bietet. Im Kern ist es aber ein Business-Gerät mit Tugenden wie LTE-Mobilfunk und praktischem Spionageschutz, das mit seinem 360-Grad-Scharnier und der Stiftbedienung auch als Teilzeit-Tablet taugt. Knackpunkt ist der Preis: 2500 Euro in der getesteten Variante, mindestens aber 2000 Euro, werden vielen Privatnutzern schlicht zu teuer sein.

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