07.08.2021 14:26 |

ÖLV-Duo dabei

Marathonläufer cool! Keine Angst vor Hitzeschlacht

Mit Respekt, aber keiner Angst gehen Österreichs Marathon-Asse Peter Herzog und Lemawork Ketema in die erwartete Hitzeschlacht des olympischen Laufklassikers von Sapporo (Start Sonntag um Mitternacht/MESZ). Eine gute Renntaktik, kleine Hilfsmittel wie Kühlbandagen und eine ausgeklügelte Einteilung an den Verpflegstellen soll sie gut über die 42,195 km bringen. Herzog-Trainer Hannes Langer bringt’s auf den Punkt: „Die Kunst wird es sein, die richtige Balance zu finden - sehr mutig, aber clever laufen!“

Daran wollen sich die beiden Österreicher halten. „Wir haben uns in der letzten Woche gut in Sapporo akklimatisiert, es war die richtige Entscheidung, rechtzeitig anzureisen! Die Hitze aber ist ein Wahnsinn. Ich habe schon bei lockeren Läufen geschwitzt - ich hätte nie gedacht, dass ich so viel schwitzen kann!“, erzählt Peter Herzog, der am Tag vor dem Rennen „nicht mehr relaxed“ war: „Die Anspannung vor dem großen Tag, meinem großen Match, ist schon enorm. Aber wir sind gut vorbereitet!“ Über Zeiten und Platzierungen wollte er eigentlich nicht spekulieren. Aber das Frauen-Rennen hatte gezeigt, dass selbst Stars wie Olympiasiegerin Peres Jepchirchir mit 2:27:20 über 10 Minuten über ihrer Bestzeit lag, ähnlich die „silberne“ Brigid Kosgei (beide Kenia) in 2:27:36 mit plus 13:32 Minuten. „Eine Zeit um die 2:15 könnte daher für mich realistisch sein“, sagte Peter Herzog, der mit 2:10:06 Rekordler ist.

„Vielleicht Top 20 möglich“
Lemawork Ketema, der eine Hitzeschlacht schon von der WM 2019 in Doha kennt (Trainer Harald Fritz: „Das war wohl noch ärger!“), meinte: „Es ist verdammt heiß! Aber ich werde mein Bestes geben. Vielleicht sind sogar die Top Ten oder die Top 20 möglich. Die Frage ist, wie ich mein Tempo halten kann! Wichtig ist, wie ich mich während des Rennens abkühlen kann und dass ich immer genug Wasser trinke.“ Wobei auch die drei österreichischen Betreuer Hannes Langer, Harald Fritz und Team-Arzt Richard Högler eine wichtige Rolle spielen. Sie stehen an drei der fünf Verpflegstellen, reichen den Läufern dort ihre Getränke. Bei den anderen Verpflegstellen stehen die Getränke, wie mit den Läufern verabredet, für sie auf den ersten Tischen parat. Harald Fritz mit einem Schmunzeln: „Zumindest bei den Tischen sind wir ganz vorne!“

Der Rennverlauf des Damen-Marathons hat gezeigt, dass mit der von Hannes Langer angesprochenen Taktik einiges möglich ist. Fabienne Schlumpf vom befreundeten Schweizer Verband sorgte zum Beispiel als Zwölfte in 2:31:36 für eine Sensation, als sie nur 5:22 Minuten über ihrer Bestzeit blieb. Die Ausfallquote war nicht so hoch wie befürchtet. „Nur“ 15 der 88 Läuferinnen stiegen aus. „Da haben uns die Damen Mut gemacht“, meinte Peter Herzog.

Gekühlte Zelte und Eisbecken
Hannes Langer berichtete von einer „perfekten Organisation“ während des Frauen-Marathons: „Es gibt am Start gekühlte Zelte für die Läufer, es stehen auch Eisbecken zur Verfügung, ansonsten sind die Läufer so lange wie möglich im Schatten.“ Klar ist aber: „Wenn die Sonne, die schon früh aufgeht, auf die Strecke knallt, wird es extrem. Da muss man die Überhitzung des Körpers verhindern. Die letzten zehn Kilometer werden knüppelhart!“ Kein Wunder, dass Harald Fritz für die Läufer um „etwas Bewölkung“ hofft…

Tagwache ist für unsere Läufer um 3.30 Uhr Ortszeit, also dreieinhalb Stunde vor dem Start um 7 Uhr, der von den Veranstaltern noch einmal bestätigt wurde. Das Frauen-Rennen hingegen war kurzfristig eine Stunde vorverlegt worden und manche Läuferinnen waren bei der Bekanntgabe der Verschiebung schon im Bett! Also für Österreichs Läufer-Duo ein ganz zeitiges Frühstück, damit genug Zeit für die Verdauung bleibt, dann mit dem Bus zum Start - mit dem tags zuvor gepackten Rucksack. Peter Herzog: „Den Rucksack kontrolliere ich aber mehrmals, damit ich bloß nichts vergesse.“

Olaf Brockmann, Kronen Zeitung

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