Experte im Gespräch

Gefährliche Kombination: Kinder und Wasser

Michael Heilbrunner, Schwimmreferent im oö. Roten Kreuz, rät allen zu einem langsamen Start in die heurige Badesaison. In Grieskirchen endete eine schöner Badetag fast in einer Tragödie. Der Experte erklärt, worauf es für Groß und Klein ankommt.

„Krone“: Warum ist die Kombination von Kindern und Wasser immer wieder so gefährlich?
Michael Heilbrunner: Vor allem Kleinkinder haben noch kein ausgeprägtes Gefahrenbewusstsein. Fallen sie ins Wasser, können sie durch ihren Körperschwerpunkt ihren Kopf nicht mehr heben. Im schlimmsten Fall ertrinken sie dann lautlos und gehen einfach unter. Da reichen oft fünf bis zehn Zentimeter Wassertiefe.

Was raten Sie den Eltern?
Es muss immer wer dabei sein. Wenn mehrere Erwachsene zusammensitzen, muss ganz klar definiert sein, wer für die Aufsicht zuständig ist. Außerdem soll man die Kleinen so früh wie möglich ans Wasser gewöhnen, ihnen keine Angst davor machen. Wenn man einen neuen Pool plant, gilt es, diesen auch dementsprechen technisch abzusichern, damit das Kind nicht einfach hineinfallen kann. Ein Tipp ist auch das Moby-Kid-System, ein spezielles Armband, welches bei Wasserkontakt Alarm schlägt. Dieses Armband kann aber nicht die Aufsicht ersetzen.

Die Schwimmkurse sind wegen Corona ausgefallen, Hallenbäder hatten zu. Hat auch das Folgen?
Die Vermutung liegt natürlich nahe. Seit März letzten Jahres waren die Hallenbäder de facto geschlossen. Es fehlt jede Menge Training, vor allem auch bei den Erwachsenen. Aus diesem Gesichtspunkt blicken wir der heurigen Saison mit Sorge entgegen.

Auf was muss ich achten, wenn ich als Erwachsener beispielsweise einen Tag an einem See verbringe?
Auf sich selbst hören. Man muss niemandem was beweisen, schon gar nicht sich selbst. Langsam beginnen und sich im Laufe der Badesaison steigern. Wenn möglich sollte man auch in Ufernähe bleiben oder ansonsten eine Schwimmhilfe mitnehmen. Die Badergelen gelten sowieso.

Was tun, wenn man jemanden sieht, der Probleme im Wasser hat?
Egal, wie alt die Person ist, so rasch wie möglich reagieren. Wobei der Eigenschutz immer an erster Stelle steht. Als erstes auf das Problem aufmerksam machen, schauen, dass mich jemand unterstützt und die Arbeit aufteilen. Will man einen Erwachsenen retten, nicht alleine ins Wasser gehen, immer ein Schwimmgerät mitnehmen.

Warum ist das wichtig?
Weil wenn die Person um sich schlägt, brauche ich etwas, woran sie sich festklammern kann. Wenn die Person aus dem Wasser heraußen ist, gehören die Erste-Hilfe Maßnahmen gesetzt. Und nach einer Notsituation immer zur Kontrolle ins Spital, lieber einmal zu viel als zu wenig.

Philipp Zimmermann
Philipp Zimmermann
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Samstag, 31. Juli 2021
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