11.06.2021 12:39 |

Arbeiten laufen

Halbzeit beim Bau der Fürstenfelder Schnellstraße

Die Fürstenfelder Schnellstraße S7 zwischen dem oststeirischen Riegersdorf und dem südburgenländischen Heiligenkreuz ist in zwei große Abschnitte und zehn Baulose aufgeteilt. Errichtet werden zwei Fahrstreifen je Richtung. Die Gesamtbreite beträgt rund 28 Meter. Der eigentliche Baustart war ursprünglich einmal für 2007 geplant gewesen, doch Einsprüche bei der Umweltverträglichkeitsprüfung und beim Wasserrecht haben das Anrücken der Bagger verzögert.

Die ersten Baumaßnahmen startete die Asfinag dann im Dezember 2017 mit der Errichtung der Baustraße. Diese führt vom Knoten Riegersdorf parallel entlang der S7-Trasse und dient dazu, den Baustellenverkehr großteils von öffentlichen Straßen fernzuhalten. Dadurch kann die Belastung der Bevölkerung durch Baustellen-Fahrzeuge auf ein Minimum beschränkt werden. Die Baustraße war zuletzt zum Großteil auch Schauplatz für den S7-Marathon, der am Pfingstwochenende über die Bühne ging.

Begonnen wurde der Bau mit dem Knoten Riegersdorf, um die Zufahrt zur Baustelle auch von der A2 zu ermöglichen. Die Investition betrug 22 Millionen Euro. Im Anschluss daran wurde der Bau mehrerer kleiner Brücken sowie Freilandflächen im Bereich Großwilfersdorf in Angriff genommen. Der Baustart für das zweite Baulos war im November 2020, die Fertigstellung erfolgt Ende 2022.

Lärmschutz für Anrainer
Unmittelbar danach taucht die neue S7 in der Unterflurtrasse Speltenbach ab. Diese Unterflurtrasse ist etwa einen Kilometer lang und dient zugleich als Lärmschutz für die Anrainer. Der Baustart erfolgte im April 2021. Zu diesem 52-Millionen-Euro-Baulos gehören auch das Betriebsgebäude, zwei Kleinbrücken sowie sechs Gewässerschutzanlagen. Das Baulos „Erd- und Brückenbau Lafnitztal und Wanne Rudersdorf West“ umfasst mehrere unterschiedliche Bauwerke, darunter vor allem Lärmschutzdämme bei Fürstenfeld, die beiden Anschlussstellen Fürstenfeld und Rudersdorf, mehrere Brücken über Landesstraßen und die ÖBB-Strecke sowie die sechs Meter tiefer gelegene Wanne, die unter der B57a bis zum Tunnel Rudersdorf durchführt. Der Baubeginn erfolgte im Mai 2020.

Spektakuläre Klappbrücken
Die Klappbrücken über die Lafnitz und den Lahnbach galten als Pilotprojekt, das die Asfinag gemeinsam mit der TU Wien durchgeführt hat. Das innovative Bauverfahren - die Brücken werden dabei wie ein umgedrehter Regenschirm aufgeklappt - soll besonders umweltschonend sein. Alle acht Klappvorgänge waren erfolgreich, die Fertigstellung soll Ende 2021 erfolgen.

Der Tunnel Rudersdorf mit der Wanne Rudersdorf Ost macht den 14,8 Kilometer langen Abschnitt West komplett und mit Rudersdorf ist die S7 auch im Burgenland angekommen. Der Abschnitt ist das Herzstück der neuen S7: Der Tunnel wird auf etwa 1,1 Kilometer Länge in offener und knapp zwei Kilometer in bergmännischer Bauweise errichtet. Der Vortrieb ist abgeschlossen, beide Tunnelröhren sind durchgeschlagen. Derzeit wird die Innenschale in der Nordröhre betoniert. Dieses Baulos bedeutet eine Investition von etwa 160 Millionen Euro.

Aktueller Baufortschritt
Zwischen Dobersdorf und dem Limbachtal entstehen seit Sommer 2020 die ersten Bauwerke des Abschnitts Ost. Drei Brücken mit 180 bis 290 Meter Länge werden bis Juli 2023 errichtet, alle drei im sogenannten Taktschiebeverfahren. Das Verfahren - die Brückenabschnitte werden vor Ort betoniert und dann eingeschoben - sorgt für kurze Transportwege. Zwischen Eltendorf und Königsdorf wird eine knapp 700 Meter lange Unterflurtrasse errichtet, nach dem Südportal entsteht bis Mitte 2023 eine Anschlussstelle, die die Region an die S7 anbindet.

Im Frühjahr 2022 starten dann schließlich die Bauarbeiten am größten Bereich des insgesamt 13,5 Kilometer langen Abschnitts Ost. Bis Ende 2024 werden die Freilandbereiche zwischen Tunnel Rudersdorf und Heiligenkreuz bzw. der Staatsgrenze zu Ungarn, mehrere kleine Brücken, die Anschlussstelle Heiligenkreuz, zwei Wildquerungen und zwei Rastplätze an der Grenze errichtet. Dieser letzte Teil der Schnellstraße macht eine Investition von etwa 140 Millionen Euro nötig.

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