Fußball

09.06.2021 19:42 |

ÖFB-Star im Video

Dragovic warnt: „Er ist ein Weltklasse-Stürmer“

Auf Aleksandar Dragovic wartet im ersten EM-Match der österreichischen Fußball-Nationalmannschaft am Sonntag in Bukarest ein besonderer Gegenspieler. Nordmazedoniens Topstar Goran Pandev (unten im Interview mit krone.at) ist zwar 36 Jahre alt, aber noch immer gut in Schuss. „Er ist ein Weltklasse-Stürmer“, sagte Dragovic am Mittwoch in Seefeld über Pandev. Aber der ÖFB-Star sprach auch über das EM-Camp, die Corona-Gefahr und die neue Nummer eins. Aber sehen und hören Sie selbst - oben im Video.

Trotz seines fortgeschrittenen Fußballer-Alters verfügt der nordmazedonische Kapitän Goran Pandev laut dem ÖFB-Innenverteidiger noch immer über herausragende Fähigkeiten. „Er ist brandgefährlich und immer für ein Tor gut, auch wenn er nicht mehr der Schnellste ist. Aber er hat einen Riecher dafür.“

Man dürfe allerdings nicht den Fehler begehen, die nordmazedonische Mannschaft auf den 119-fachen Internationalen (37 Treffer) zu reduzieren. „Es bringt nichts, sich auf einen Spieler zu fokussieren. Nordmazedonien hat viele gute Spieler“, betonte Dragovic und nannte in diesem Zusammenhang Eljif Elmas von SSC Napoli.

Daher sei man vor dem vermeintlichen Underdog gewarnt. „Wir gehen ins Spiel um zu gewinnen, aber wir brauchen keine großen Töne spucken und nicht sagen, wir gewinnen mit einem Bein. Wir müssen 100 Prozent abliefern, sonst wird es schwer“, erklärte Dragovic.

sportkrone.at-Chef Michael Fally traf Goran Pandev in Skopje. Hier das Interview im Video:

Die beiden Duelle in der jüngsten EM-Qualifikation endeten mit österreichischen Siegen. „Wir kennen ihre Schwächen und wissen, wie wir sie bespielen können“, erzählte Dragovic. „Sie bauen meistens mit einer Dreierkette auf, durch ihre offensive Spielweise sind hinten Lücken da. Wir müssen nach Ballgewinnen schnell umschalten, dann sind Räume hinter der Kette zu finden.“

„Fehler gehören dazu"
Doch auch die österreichische Abwehr ist nicht immer sattelfest, wie am Sonntag beim 0:0 gegen die Slowakei zu sehen war. „Wir sind alle Menschen, Fehler gehören dazu“, sagte der gegen die Slowaken geschonte Dragovic und mahnte zur Besonnenheit. „Wir brauchen uns nicht verrückt machen oder zu viel Druck machen, wir müssen einfach an uns glauben. Jeder muss frei von der Leber weg spielen, natürlich mit einer gewissen Absicherung.“

Sollte doch einmal die österreichische Verteidigung ausgespielt werden, gilt es immer noch Goalie Daniel Bachmann zu überwinden. „Er ist auf der Linie brutal stark. Auch das Dirigieren macht er sehr gut“, meinte Dragovic über den neuen ÖFB-Einser-Keeper.

Elf Egoisten
Auch im Angriff sei man gut aufgestellt, unabhängig davon, ob Sasa Kalajdzic oder Marko Arnautovic an vorderster Front agiert. „Jeder hat seine Qualitäten, beide sind torgefährlich.“ Entscheidend sei ohnehin eine geschlossene Teamleistung. „Wenn wir nur elf Egoisten auf dem Platz haben, werden wir nicht weit kommen. Der Schlüssel ist, dass die Mannschaft gut harmoniert und jeder für den anderen da ist“, sagte Dragovic.

Für den 30-Jährigen verlief die EM vor fünf Jahren in Frankreich mit dem Ausschluss gegen Ungarn und dem vergebenen Elfmeter gegen Island unglücklich. „Gestern war gestern, heute ist heute. Vielleicht haben wir damals nach der Quali geglaubt, wir sind die Könige. Aber wir reden nicht über 2016, sondern fokussieren uns voll auf Nordmazedonien“, beteuerte der künftige Roter-Stern-Belgrad-Profi.

Elfmeterschütze Dragovic?
Einen Elfmeterschützen Dragovic wird man bei der bevorstehenden EM wohl nicht mehr zu Gesicht bekommen. „Ich bin auf jeden Fall weit hinten in der Liste“, schmunzelte der Abwehrspieler. David Alaba, Marcel Sabitzer oder Arnautovic seien die ersten Anwärter auf die Ausführung eines etwaigen Strafstoßes.

Dragovic und seine Kollegen absolvierten am Mittwoch gleich zwei Trainings in Seefeld, wo es laut dem Wiener perfekte Bedingungen gibt. Angereist war man am Dienstag nach einem „Regenerationstag“ im Kreis der Familie. Diese Freizeit stellt in Corona-Zeiten ein gewisses Risiko dar. „Es war kurz Gefahr da mit dem freien Tag, aber jeder hat aufgepasst“, betonte Dragovic. „Wenn jemand Corona bekommt, ist das für ihn selbst die größte Strafe, weil er nicht bei der EM dabei sein kann.“

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