28.05.2021 20:00 |

Notlandung jährte sich

Wie Obergurgl über Nacht berühmt wurde

Am 27. Mai jährte sich die Notlandung des belgischen Wissenschaftlers Auguste Piccard auf dem Gurgler Gletscher zum 90. Mal. Die Ötztaler Museen lassen das spektakuläre Ereignis, das um die ganze Welt ging, im Rahmen eines „Bilderspaziergangs“ auf ihrer Homepage Revue passieren.

Der sprichwörtliche Geschäftssinn der Ötztaler muss wohl genetisch bedingt sein, denn schon vor 90 Jahren versuchten sie, aus einem außergewöhnlichen Ereignis Kapital zu schlagen, das nachhaltig jedoch nicht gelang. Doch von Anfang an: Es war ein Zufall, der Obergurgl von Mai 1931 an mit dem Einstein-Schüler, Experimentalphysiker und Stratosphärenforscher Auguste Piccard verbinden sollte. Gemeinsam mit seinem Assistenten Paul Kipfer war dieser von Augsburg aus in einem Gasballon medienwirksam in die Stratosphäre bis auf 15.781 Meter Höhe aufgestiegen und führte dort Messungen zum Luftdruck durch. Die Landung war im Bereich Füssen oder Freiburg geplant.

Der Zufall trieb den Ballon Piccards aber auf den Gurgler Ferner, wo der Abenteurer schließlich notlanden musste. Medienvertreter strömten nach Obergurgl, rangen den Wissenschaftlern Interviews ab und veröffentlichten zahlreiche internationale Zeitungsberichte. Obergurgl war plötzlich weltberühmt.

Kugel als Touristenmagnet
Gendarmerie und das Alpenjäger-Regiment halfen den Wissenschaftlern, die wertvollen Instrumente und den Inhalt der Stratosphärenkugel zu bergen. Die Kugel selbst blieb allerdings auf dem Gletscher liegen. So pilgerten im Sommer zahlreiche schaulustige Touristen auf den Gurgler Ferner. „Die Einheimischen versuchten deshalb glaubhaft zu machen, dass es gar nicht möglich sei, die Gondel zu bergen“, erzählt Edith Hessenberger, die Leiterin der Ötztaler Museen, mit einem Augenzwinkern. Im April 1932 wurde sie dann doch dem ewigen Eis entrissen. „Durch die Medienpräsenz ist das Ereignis fotografisch hervorragend dokumentiert“, weiß Hessenberger, die sich nun freut, die spektakulären Bilder der Öffentlichkeit präsentieren zu können. Aus dem historischen Fundus von Gedächtnisspeicher der Ötztaler Museen, Chronik Sölden und Markus Wilhelm stellte das Team eine Bilderserie als „Bilderspaziergang“ zusammen, der auf der Homepage www.oetztalermuseen.at/bilderspaziergang online ist - Prädikat sehenswert.

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