23.05.2021 15:43 |

Lava stoppte vor Goma

Millionenstadt im Kongo entging Vulkan-Katastrophe

Der Ausbruch des Vulkans Nyiragongo im Osten der Demokratischen Republik Kongo hat in der Millionenstadt Goma für Panik und eine Beinahe-Katastrophe gesorgt. Nachdem der Nyiragongo am Samstagabend Lava herausgeschleudert hatte, flohen Tausende teils über die Grenze ins benachbarte Ruanda. Ein Teil der Lava hatte sich am späten Samstag in Richtung Goma gewälzt. Am Sonntag konnten die Behörden aber Entwarnung geben: Die Metropole sei verschont worden, der Lavastrom am Stadtrand zum Stillstand gekommen. 

„Die Stadt ist verschont geblieben“, sagte der Militärgouverneur der Provinz Nord-Kivu, Constant Ndima. Am Stadtrand stieg Rauch von dem noch heißen, schwarzen Lavafeld auf, das Häuser einfach verschluckt hatte. Hier und da ragten Blechhaufen heraus. „Heute Morgen sahen wir, dass über dem ganzen Viertel Rauch hing, das Feuer kam aus dem Nyiragongo-Gebiet hierher“, sagte die Anwohnerin Irene Bauma der Nachrichtenagentur AFP.

Tausende flohen vor Lavamassen
Die Lava hatte am Samstagabend bereits den Flughafen von Goma erreicht, Flüge wurden gestrichen. Die Regierung ordnete nach dem überraschenden Vulkanausbruch die Evakuierung der Stadt an. Angst und Panik ergriffen die Bevölkerung. Mehr als 7000 Menschen flohen Ndima zufolge nach Ruanda, andere in Richtung der Provinz Masisi. Viele von ihnen hätten sich am Sonntag aber bereits wieder auf den Rückweg gemacht.

Fünf Menschen getötet
Bei der Flucht vor dem Feuer spuckenden Vulkan sei es zu Unfällen gekommen, bei denen mindestens fünf Menschen getötet wurden, sagte Ndima. Mehrere Raubüberfälle in Geschäften und ein Fluchtversuch von Gefangenen aus dem Gefängnis der Stadt seien gemeldet worden, aber „die Situation ist unter Kontrolle“.

Touristen und Berggorillas wohlauf
Zum Zeitpunkt der Eruption befanden sich auch Touristen am Krater des Vulkans. Sie seien „sicher und gesund“, teilte das kongolesische Institut für Naturschutz (ICCN) mit. Die Behörde verwaltet den Virunga-Nationalpark, in dem der Nyiragongo liegt. Die seltenen Berggorillas im Virunga-Nationalpark „sind nicht bedroht“, betonte das ICCN.

Vergangene Ausbrüche töteten Hunderte Menschen
Der Nyiragongo gehört zu den weltweit aktivsten Vulkanen. Beim Ausbruch 2002 starben 250 Menschen und rund 120.000 wurden obdachlos, als Lavaströme Goma erreicht hatten. Die bisher folgenschwerste Eruption des Nyiragongo ereignete sich 1977, damals starben mehr als 600 Menschen. In der Region an der Grenze zu Ruanda und Uganda gibt es insgesamt sechs über 3000 Meter hohe Vulkane.

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