22.05.2021 19:09 |

Vor Verstappen

Leclerc landet in Monaco trotz Unfall auf der Pole

Charles Leclerc hat sich im wichtigsten Qualifying des Jahres „theoretisch“ die Pole für sein Formel-1-Heimrennen in Monte Carlo gesichert. Der 23 Jahre alte Monegasse hatte am Samstag als Schnellster 0,230 Sekunden Vorsprung auf Max Verstappen im Red Bull, als der Ferrari-Pilot 18 Sekunden vor Schluss mit einem Unfall für einen vorzeitigen Abbruch sorgte. Muss nun etwa das Getriebe an Leclercs Ferrari getauscht werden, verliert der seine Pole.

Das Auto des seit Jahren zu Hause von Pech verfolgten Leclerc wurde beim Crash in die Leitplanken vor allem vorne, aber auch hinten beschädigt. „Es ist eine Schande, das Qualifying an der Wand zu beenden“, ärgerte sich Leclerc und verwies auf sein anhaltendes Pech in Monaco. Dort hat er bisher noch nie das Ziel erreicht oder ist in die Top Ten des Qualifyings gekommen. Für ihn gehe es im Rennen gar nicht so sehr um den Kampf gegen Ferrari. „Hauptgegner ist Hamilton. Und wenn Max seine Chance sieht, wird er versuchen, sie zu nutzen. Wir werden aber keine riskanten Sache machen.“

Sollten „verbotene“ Teile wie das Getriebe gewechselt werden, bleibt ihm das Pech treu. Denn dann verliert der 23-Jährige seine Pole und muss in der Startaufstellung nach hinten. Dementsprechend verhalten reagierte man bei Ferrari in der Box trotz der so heiß ersehnten Pole. „Nach dem Crash weiß ich nicht, von wo ich starte. Mir geht es gar nicht gut“, gestand Leclerc. „Jetzt kann ich nur hoffen und warten, bis die Mechaniker in das Getriebe geschaut haben.“ Haben Leclerc und sein Team Glück, wäre es die achte Pole in seiner Karriere und für Ferrari wie für ihn selbst die erste seit Oktober 2019 in Mexiko und damit seit 17 Monaten. Nirgendwo sonst ist eine Pole so wichtig als auf dem engen Stadtkurs an der Cote d‘Azur. In den vergangenen elf Auflagen siegte acht Mal der Polesetter.

„Chance auf Pole kaputt gemacht“
Mit seinem Crash verhinderte Leclerc wohl die Pole für Verstappen, der seinen sehr guten letzten Versuch im Q3 abbrechen musste. „Alles lief perfekt. Aber die rote Flagge hat meine Chance auf die Pole kaputt gemacht“, klagte der Niederländer prompt. Der Unfall erinnerte zunächst vage an den seinerzeitige Versuch Michael Schumachers, als vorne Liegender mit einem „Unfall“ den Abbruch von Q3 zu bewirken. Der Deutsche hatte sich damals allerdings in der Rascasse lediglich „verbremst“ und nichts beschädigt und wurde dafür auch hart bestraft.

„Max war nach unseren Aufzeichnungen schon vor Leclerc, dann kam die rote Flagge“, bestätigte Red Bull Berater Helmut Marko das Geschehene auf ServusTV. Die Hoffnung auf Pole für den Red-Bull-Jungstar bestehe aber noch. „Charles steht theoretisch auf Pole. Aber so wie die Beschädigung war, könnten auch Chassis und Getriebe kaputt sein. Und wenn das gewechselt werden muss, kriegt er eine Rückversetzung“, ist der Österreicher überzeugt, dass die Pole am Sonntag doch noch an Verstappen gehen könnte. Er hoffe, dass man bei der technischen Abnahme genau hinsehen werde. „So wie das Hinterrad stand“, könne er sich einen notwendigen Wechsel von verbotenen Teilen gut vorstellen, meinte Marko.

Pole für Verstappen wäre aus Sicht von Marko durchaus verdient. „Den ersten Versuch hat Max früh abgebrochen, weil die Zeit nicht optimal war. Aber im zweiten Umlauf wäre er vor Leclerc gewesen. Es hätte für die Pole gereicht“, war der Grazer überzeugt.

Mercedes hinterher
Dritter wurde Valtteri Bottas im Mercedes vor Carlos Sainz Junior im zweiten Ferrari. WM-Spitzenreiter Lewis Hamilton, der vor dem fünften WM-Lauf an diesem Sonntag (15.00 Uhr, live ServusTV, Sky) 14 Punkte Vorsprung im Klassement auf Verstappen hat, kam über Platz sieben im zweiten Mercedes nicht hinaus, was die eigentliche Überraschung des Qualifyings war. „Es ist frustrierend. Wir haben als Team einfach keinen guten Job gemacht“, meinte der Weltmeister. „Jetzt muss ich am Sonntag alles geben, um Schadensbegrenzung zu betreiben“, meinte der dreifache Monaco-Sieger.

Ergebnis der Qualifikation für den Grand-Prix von Monaco:

„Lewis ist unser Hauptkonkurrent und deshalb ist das für uns erfreulich“, gab wiederum Marko unumwunden zu. „Er hat in beiden Trainings massiv gekämpft, um auf eine Zeit zu kommen. Von dieser Position aus nach vorne zu kommen, ist fast unmöglich.“ Für ihn gehe es im Rennen gar nicht so sehr um den Kampf gegen Ferrari. „Hauptgegner ist Hamilton. Und wenn Max seine Chance sieht, wird er versuchen, sie zu nutzen. Wir werden aber keine riskanten Sachen machen.“

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