12.05.2021 05:59 |

Ausprobiert

Safari daheim mit „New Pokémon Snap“

Mit „New Pokémon Snap“ hat Nintendo einen Klassiker aus N64-Zeiten neu aufgelegt: Wie im Original „Pokémon Snap“ von 1999 versucht man sich in dem Spiel für die Nintendo Switch als Naturforscher in der Welt der Pokémon, fährt mit der Kamera „bewaffnet“ durch bunte Landstriche und jagt dem perfekten Schnappschuss hinterher. Wir haben die Fotosafari für daheim ausprobiert.

Mit „Pokémon Snap“ hat Nintendo 1999 ein etwas anderes Abenteuer im Pokémon-Universum veröffentlicht, das Spielern mit seinem originellen Spielprinzip nachhaltig in Erinnerung geblieben ist.

Railshooter mit Kamera statt Kanone
Es erinnert an sogenannte Railshooter, bei denen der Spieler auf einer vorgegebenen Bahn automatisch durch den Level reist und auf bewegliche Ziele schießt - in diesem Fall nicht mit dem Schießgewehr, sondern dem Fotoapparat. Und gut geschützt: Im Spiel ist man per Expeditionsfahrzeug unterwegs, in dem selbst die gefährlichsten Pokémon dem Spieler nichts anhaben können.

Das spielt sich so entspannt, wie es sich liest: Action-Fans auf der Suche nach der ultimativen Herausforderungen werden bei der Pokémon-Fotosafari nicht glücklich. Wer eine gemütlich-niedliche Feierabendbeschäftigung der kindgerechten Art sucht und eine Sammlernatur ist, kann aber viel Freude haben. Vorausgesetzt, dass er Nintendos kultige Taschenmonster mag.

Weit mehr Fotomotive als am N64
Derer sind mehr als 200, also weit mehr als noch am N64, im Spiel - und die Entwickler haben sie, im niedlichen Zeichentrick-Stil, detailliert und liebenswert ins Szene gesetzt - jedes mit natürlich wirkenden Animationen für Nahrungssuche, Kampf und allerlei andere Aktivitäten. Auch die Landschaften, durch die man sich bewegt, sind schön umgesetzt und mit reichlich Vegetation und Zierrat versehen.

In „New Pokémon Snap“ erforscht der Spieler als Handlanger eines Pokémon-Professors die Region Lentil im für jedes Terrain geeigneten Expeditionsfahrzeug Neo-One. Die Aufgabe: So viele hervorragende Aufnahmen der Fauna der Region wie möglich knipsen.

Die einzelnen Levels: abwechslungsreich, mit üppigen Wäldern, tropischen Inseln, Unterwasser-Passagen oder sandigen Wüsten, jeweils in Tag- und Nachtvarianten mit ganz eigenen Pokémon. In den Levels gibt es auch Spezial-Events, bei denen neue Pokémon auftauchen. Um wirklich alle Fotomotive einzufangen, muss man die Levels also mehrmals bereisen.

Abwechslung durch Items, kritische Foto-Jury
Der Handlungsspielraum wächst mit der Zeit: Knipst man anfangs einfach drauf los, lockt man Pokémon später mit Ködern an, schaltet beim Neo-One den Turbo zu oder weckt schlafende Pokemon-Exemplare per Lautsprecher für die perfekte Bildästhetik. Allzu viel Bewegungsfreiheit hat man aber nicht: In den meisten Levels fährt man auf der immer gleichen Route von A nach B, hie und da gibt es aber immerhin alternative Routen. Die Fotos, die man nach Hause bringt, werden mit einer Punktezahl bewertet.

Fängt man ein Pokémon bildfüllend ein, vielleicht sogar mit einem zweiten Exemplar im Bild oder bei einer interessanten Aktivität, steigt der Zähler und man verdient Expeditionspunkte, mit denen neue Gebiete freigeschaltet werden. Für Langzeitmotivation in dem ansonsten doch etwas repetitiven Spielprinzip sorgt auch die spieleigene Enzyklopädie, in der man seine besten Schnappschüsse abspeichert - ein Pokédex zum selbst bebildern sozusagen.

Hübsche Full-HD-Optik, einfache Steuerung
„New Pokémon Snap“ läuft am TV-Gerät in Full-HD-Auflösung bei 30 Bildern pro Sekunde, mobil wird 720p-Auflösung verwendet. Moderne 4K-Fernseher reizt das Spiel also nicht aus, dafür kann man es im Handheld-Modus eben auch mitnehmen. Akustisch wird dem Pokémon-Fan viel geboten, wenn er zu entspannender Musik und Pokémon-Lauten durchs Level kurvt.

„New Pokémon Snap“ ist einfach zu steuern - schlicht, weil man ohnehin nur mit der Kamera zielt und das Expeditionsfahrzeug gar nicht selbst steuert. Noch eine Spur einfacher und immersiver wird es, wenn man die Bewegungssteuerung aktiviert und mit der Switch durch die Luft fuchtelnd so tut, als hätte man wahrhaftig eine Kamera in Händen.

Fazit: Nintendo legt mit „New Pokémon Snap“ eine liebenswürdige und gelungene Hommage an den N64-Klassiker vor, der weit hübscher anzusehen und deutlich umfangreicher ist als das Original. Fans wird das viel Freude bereiten. Der höchst zugängliche Titel eignet sich aber auch für Pokémon-Freunde, die keinen N64 hatten und schlicht auf der Suche nach einem gemütlich-niedlichen, ja fast meditativen Spielerlebnis sind, das nicht mit Action, sondern mit familiengerechtem Safari-Feeling lockt.

Dominik Erlinger
Dominik Erlinger
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