10.05.2021 18:22 |

Erfreute Reaktionen

Gastro und Tourismus: „Öffnung keinen Tag zu früh“

Die von der Bundesregierung nun fixierten Öffnungsschritten haben in der Wirtschaft erwartungsgemäß für erfreute Reaktionen gesorgt. „Die langersehnte Öffnung nächste Woche kommt für touristischen Betriebe - nach sieben Monaten Schließzeit - um keinen Tag zu früh“, sagt Robert Seeber, Obmann der Bundessparte Tourismus und Freizeitwirtschaft in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ). Auch im Kulturbereich zeigte man sich erfreut.

Abstände, Flächenbeschränkungen, kleine Besuchergruppen, Zutrittstests und Registrierung - mit diesen Auflagen soll wieder Leben in Österreichs Wirtshäuser und Hotels kommen. Doch die strengen Bestimmungen wurden sich auch auf „eine entsprechend reduzierte Rentabilität“ niederschlagen, so Seeber.

„Wirtschaftliches Öffnen kaum möglich“
In die gleiche Kerbe schlägt auch die Obfrau des Fachverbandes der Freizeit- und Sportbetriebe, Astrid Legner: „Auch wenn wir die baldige Öffnung natürlich prinzipiell begrüßen, ist ein wirtschaftliches Öffnen für einen Großteil unserer Betriebe, aufgrund der strengen Auflagen kaum möglich.“ Vor allem die 20m²-pro-Person-Regelung stellt ein massives Problem für kleine Betriebe, wie z.B. Fitness-, Pilates-, Yogastudios, Tanzschulen, Escape-Rooms, etc., aber auch für Bäder und Thermen, dar.

Friseure erfreut über Vorort-Tests
Im Dienstleistungsbereich freut man sich besonders über die Ausweitung des Testangebots auf Vorort-Schnelltests. „Wir haben von Anfang an gefordert, dass es für unsere Kundinnen und Kunden eine niederschwellige Testmöglichkeit vor Ort geben muss. Mit der jüngsten Verordnung werden diese Selbsttests unter kontrollierten Bedingungen ermöglicht. Das ist eine große Erleichterung speziell für jene Kundinnen und Kunden, denen es schwerfällt, eine öffentliche Teststation aufzusuchen“, betonen Bundesinnungsmeisterin Dagmar Zeibig und Bundesinnungsmeister Wolfgang Eder.

„Die Öffnungsschritte im Tourismus, der Gastronomie und bei den Veranstaltungen sind für ganz viele unserer Zulieferbetriebe überlebenswichtig: Viele haben mit den gesperrten Branchen mitgelitten, ihnen sind während der Lockdowns die wichtigsten Auftraggeber weggebrochen. Jetzt ist die Hoffnung groß, dass schrittweise wieder mehr Normalität einkehrt“, betont Renate Scheichelbauer-Schuster, WKÖ-Obfrau der Bundessparte Gewerbe und Handwerk. 

Der Handelsverband begrüßte die Rückkehr in den gewohnten Normalbetrieb mit Öffnungszeiten zwischen 6 und 21 Uhr: „Damit können die heimischen Konsumenten künftig wieder stressfrei nach der Arbeit einkaufen. Überdies wird dadurch eine Entzerrung der Kundenströme erleichtert, was aus epidemiologischer Sicht sinnvoll ist“, sagte Handelsverband-Geschäftsführer Rainer Will.

„Neubeginn“ in der Kultur
Kunst- und Kulturstaatssekretärin Andrea Mayer erklärte am Montag, mit den Rahmenbedingungen für die Öffnungen ab 19. Mai sei „ein praxistauglicher Wiedereinstieg ins Kulturleben“ garantiert: „Natürlich ist es nach wie vor ein eingeschränkter Betrieb, um auch die nötige Sicherheit zu gewährleisten. Aber ich bin dennoch überzeugt, dass wir ab dem ersten Tag der Öffnung etwas erleben werden, das den Namen Neubeginn auch wirklich verdient.“

Auch Amateur-Musikgruppen wie etwa Blaskapellen dürfen nun wieder proben und auftreten. „Jetzt gilt es in verantwortungsvollem Umgang in den Musikvereinen und Chören mit den vorgegebenen Rahmenbedingungen zu arbeiten, damit die kommenden Prozessionen, Standkonzerte und auch die Jugendarbeit umgesetzt werden können“, betont Erich Riegler, Präsident des Österreichischen Blasmusikverbands.

Karl-Gerhard Straßl, Präsident des Chorverbandes Österreich bekräftigt: „Chöre und Musikkapellen sind gut organisierte Zusammenkünfte von Menschen, die vergleichbar mit anderen gemeinschaftlichen Tätigkeiten sind. Mit der Öffnung der Proben für nicht-berufliche Musikgruppen wird die Kultur in Österreich nun wirklich geöffnet!“

FPÖ sieht „chaotische Maßnahmen“
Kritik kam von der FPÖ. Klubobmann Herbert Kickl ortete eine „Verhöhnung der Bevölkerung“: „Allein schon die Bestimmungen für den privaten Bereich zeigen, dass die schwarz-grüne Bundesregierung weiterhin an ihrem restriktiven Kurs festhält.“ Insgesamt handle es sich um die üblichen chaotischen Maßnahmen, die keinerlei Planungssicherheit böten, kritisierte Kickl.

Michaela Braune
Michaela Braune
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