09.05.2021 07:57 |

Rom-Reise statt Finale

Thiem: „Ich habe sicher eine Lücke aufgerissen“

Dominic Thiems Befürchtungen vor dem Halbfinale des ATP-Masters-1000-Tennis-Turniers von Madrid haben sich bewahrheitet. Alexander Zverev war für den Weltranglistenvierten in dessen erst vierten Spiel nach seinem Comeback eine noch zu große Hürde. „Ich habe sicher eine Lücke aufgerissen, das ist auch komplett klar“, sagte der 27-jährige Niederösterreicher nach der 3:6,4:6-Niederlage am Samstag. Statt im Finale zu spielen, geht es für den ÖTV-Star nun am Muttertag nach Rom.

Dort besteht neuerlich auf Masters-1000-Ebene die Chance, den ersten Finaleinzug in der laufenden Saison nachzuholen. Es wäre auch der erste in Rom im sechsten Anlauf, wobei ein deutlich verlorenes Halbfinale 2017 gegen Novak Djokovic bisher das Höchste der Gefühle war. „Hoffentlich spiele ich in Rom richtig gut“, sagte Thiem. Von seinem dortigen Auftreten und Abschneiden hängt auch die weitere Turnierplanung ab, ob vor dem großen Highlight French Open noch ein Abstecher nach Lyon eingeschoben wird. „Ich werde nach Rom entscheiden, ob ich noch Matches brauche“, so der Lichtenwörther.

In Rom wartet auf Österreichs Aushängeschild nach einem Auftakt-Freilos in der zweiten Runde der Argentinier Guido Pella oder der Ungar Marton Fucsovics. Gegen den 30-jährigen Pella führt Thiem im Head-to-Head 3:2 - dank drei Siegen in den jüngsten Duellen mit der Nummer 55 der Welt. Gegen den 29-jährigen Fucsovics hat der ÖTV-Akteur nach drei Partien eine weiße Weste, zwei Matches davon fanden allerdings nur auf Quali-Ebene bzw. bei einem Future-Turnier statt.

Thiem hofft darauf, erst am Mittwoch spielen zu müssen. „Ich werde schauen, morgen nach Rom zu kommen. Ich weiß nicht genau wie es mit dem Testen ausschaut, aber vielleicht geht sich trainieren am Abend noch aus. Wenn nicht dann am Montag und Dienstag“, gab der ÖTV-Akteur Einblick. Woran es zu arbeiten gilt, wurde im Aufeinandertreffen mit Zverev deutlich. Service, Grundschläge, Aggressivität, Timing waren jene Punkte, die der US-Open-Sieger danach selbst erwähnte.

Thiem ortet „überall kleine Problemchen“
„Es waren überall kleine Problemchen. Im Training habe ich richtig gut gespielt, aber wenn man dann ganze Zeit Matches spielt, so wie diese Woche, dann verschlechtern sich die Schläge wieder ein bisschen. Das ist immer so“, erläuterte der 1,85-Meter-Mann. In den Tagen bis zu seinem Erstauftritt auf italienischem Boden gelte es daher, das eigene Spiel „wieder zu perfektionieren“. Körperliche Beschwerden, die wie auch Motivationsprobleme vor Madrid eine siebenwöchige Turnierpause als Folge hatten, gehören der Vergangenheit an. „Körperlich geht es mir sehr gut. Ich habe im Knie keine Schmerzen und die Blasen an den Händen sind immer besser geworden. Ich hoffe, dass ich nächste Woche wieder ohne Tape spielen kann“, sagte Thiem.

Spätestens bei den French Open will er wieder in Topform sein. Den terminlich leicht nach hinten geschobenen und Ende Mai startenden Sandplatz-Klassiker würde Thiem liebend gerne gewinnen. „Es sind fast noch drei Wochen Zeit und das ist auch gut so. Ich hoffe, dass ich bis dahin, die kleine Lücke, die sich aufgetan hat, schließen kann“, ist Thiem guter Dinge. „Es geht ums Spielerische, den Feinschliff.“ Dafür sind Partien wie in Madrid gegen Zverev „Gold wert“.

Muttertag? „Mamas sollte man jeden Tag verehren“
Das Halbfinale in Madrid war sein erstes im Jahr 2021. Zuvor waren das Achtelfinale bei den Australian Open und das Viertelfinale in Doha die Höhepunkte gewesen. Viel Grund zu feiern hatte Thiem also in der laufenden Saison noch nicht. Apropos Feiern: Der Muttertag ist für den ÖTV-Star nichts Besonderes. „Ich bin nicht so ein Fan vom Muttertag. Mamas machen jeden Tag sehr viel, die sollte man jeden Tag verehren“, schilderte der 17-fache ATP-Turniersieger seine Sicht.

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