20.04.2021 08:30 |

Angriff auf Clubhouse

Podcast & Co: Facebook geht in die Audio-Offensive

Der jüngste Erfolg der Talk-App Clubhouse hat Facebook aufgeschreckt. Das weltgrößte Online-Netzwerk stellte in der Nacht auf Dienstag einen ähnlich funktionierenden Konkurrenzdienst mit dem Namen Live Audio Rooms vor. Facebooks Vorteil könnte in der bereits vorhandenen Basis von mehr als 2,5 Milliarden Nutzern liegen, während Clubhouse sie neu gewinnen muss.

Die Nutzer der im vergangenen Frühjahr in den USA von der Firma Alpha Explorations entwickelten Clubhouse-App können per Audio verschiedene „Räume“ besuchen, in denen Menschen miteinander reden oder einfach zuhören können. In der durch massive Einschränkungen der persönlichen Kontakte geprägten Corona-Ära hat die App mit dem schlichten Fokus auf Sprache eine Nische getroffen- Textnachrichten, Fotos oder Videos gibt es bei Clubhouse nicht.

Zudem suggeriert die App den Nutzern ein Gefühl von Exklusivität, denn die Plattform kann bislang nur nutzen, wer eine persönliche Einladung durch einen bereits registrierten Nutzer erhält. Zudem ist sie bislang nur für Apples iOS verfügbar.

Audio-Offensive
Mit dieser Exklusivität könnte es jetzt allerdings vorbei sein, denn Facebook geht auf breiterer Front in die Audio-Offensive. In einer Kooperation mit dem Musikstreaming-Marktführer Spotify wird man künftig Podcasts direkt in der Facebook-App hören können. Facebook will dabei basierend auf seinem Wissen über die Interessen der Nutzer einzelne Podcasts vorschlagen. Mit „Soundbites“ will Facebook zudem kurze Audiobeiträge auf seiner Plattform einführen.

Getestet werden außerdem die von Clubhouse bekannten Live-Audio-Räume - „zunächst in Gruppen und für Personen des öffentlichen Lebens“, so Facebook in einer Mitteilung. Sobald sie an den Start gingen, könnten Fans ihre Lieblings-Creators und Personen des öffentlichen Lebens unterstützen, indem sie Sterne verteilten oder für Anliegen spendeten, die ihnen wichtig seien, so das Netzwerk.

Kurz nach der Einführung, die in den nächsten drei bis sechs Monaten erfolgen soll, will Facebook außerdem zusätzliche Monetarisierungsmodelle anbieten, wie zum Beispiel die Möglichkeit, den Zugang zu einem Live-Audio-Raum kostenpflichtig zu machen, entweder als einmalige Zahlung oder in Form eines Abonnements.

Gut geklaut
Das Netzwerk ist bekannt dafür, Funktionen erfolgreicher Rivalen in seinen Diensten zu kopieren - wenn es nicht gelang, sie zu kaufen, wie den Chatdienst WhatsApp 2014. Die Kopien sind nicht immer erfolgreich: So versuchte Facebook mehrfach, die von alleine verschwindenden Fotos bei Snapchat nachzuahmen, die Apps wurden aber wieder eingestellt.

Mit der Kopie von Snapchats Stories-Funktion, bei der Nutzer Fotos und Videos für ihre Freunde für einen Tag verfügbar machen können, landete Facebook dagegen einen Volltreffer.

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