13.04.2021 06:00 |

„Vernichtender“ Brief

YouTube Kids: Politik kritisiert geistlose Inhalte

Kindgerechte Inhalte verspricht Google seit 2015 mit seinem speziell auf die Kleinsten zugeschnittenen Angebot „YouTube Kids“. Ein „Ödland von geistlosem, konsumgesteuertem Content“ sieht dagegen der US-Demokrat Raja Krishnamoorthi darin und fordert den Internetgiganten daher auf, Kinder besser vor schädlichen Inhalten und Werbung zu schützen.

In einem laut „Forbes“-Bericht „vernichtenden“ Brief an YouTube-Chefin Susan Wojcicki wirft Krishnamoorthi, Vorsitzender des Unterausschusses für Wirtschafts- und Verbraucherpolitik im US-Repräsentantenhaus, dem Videoportal vor, Kinder mit einem „ununterbrochenen Strom von kommerziellen Inhalten von geringer Qualität“ „auszubeuten“.

„Unangemessene, bildungsferne, hochgradig kommerzielle Inhalte“
Wie Krishnamoorthi unter Berufung auf eine Studie der Universität von Michigan aus dem Vorjahr berichtet, sollen lediglich vier Prozent der auf YouTube Kids verbreiteten Inhalte einen „höheren erzieherischen Wert“ aufweisen. Ansonsten würden „unangemessene, bildungsferne, hochgradig kommerzielle Inhalte“ serviert. Beispielhaft genannt werden sogenannte Unboxing- und Let‘s-Play-Videos, die andere Menschen beim Videospielen zeigen.

„Ich glaube, dass dies auf das werbebasierte Geschäftsmodell und die Abhängigkeit von kostenlosen, nutzergenerierten Video-Uploads ohne angemessene Qualitätskontrolle zurückzuführen ist“, schreibt Krishnamoorthi. YouTube profitiere von diesem nachteiligen Service an Kindern durch mehr bezahlte Werbung und somit letztlich höheren Unternehmenseinnahmen.

Ausschuss will Antworten
Detaillierte Informationen darüber, wie viel Geld an die 200 erfolgreichsten Kids-Kanäle floss und wie viele Einnahmen durch Werbung für Kinder erzielt wurden, soll das Videoportal dem Unterausschuss nun bis zum 20. April liefern. Krishnamoorthi will zudem „detaillierte Erläuterungen“ zur Funktionsweise des Algorithmus, der auf YouTube Kids für die Videoauswahl verantwortlich zeichnet. Geht es nach dem Politiker, sollten Kinder unter sieben Jahren auf YouTube Kids keine Werbung zu sehen bekommen.

Gegenüber „Forbes“ wies eine Sprecherin des Videoportals die Vorwürfe zurück und betonte, dass YouTube für die Bereitstellung von kindgerechten Inhalten „erhebliche Investitionen“ getätigt habe und keine personalisierte Werbung neben für Kindern gemachten Inhalten schalte.

Sebastian Räuchle
Sebastian Räuchle
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