27.03.2021 05:00 |

Schlafstörung

Verschiedene Hormone steuern unsere „innere Uhr“

Der Tag-Nacht-Rhythmus ist abhängig von der Ausschüttung bestimmter Botenstoffe. Nur deren perfektes Zusammenspiel lässt uns nachts gut schlafen.

In der Nacht arbeitet der menschliche Organismus auf Hochtouren, doch wir nehmen kaum etwas davon bewusst war. Zum Beispiel wird der über den Tag angesammelte Stress abgebaut, Erlerntes aus dem Kurzzeit- in das Langzeitgedächtnis übertragen und wichtige Regenerationsmechanismen erfolgen. Da jedes Organ, jede Zelle einen eigenständigen Rhythmus aufweist, ist das perfekte Zusammenspiel von hoher Bedeutung. Die meisten dieser Abfolgen funktionieren nach dem zirkadianen 24-Stunden-System, dem sogenannten Tag-Nacht-Rhythmus, wie Mediziner und Chronobiologe Dr. Jan-Dirk Fauteck im Fachmagazin „Ärzte Krone“ erklärt. Getaktet bzw. aufeinander abgestimmt werden sie vor allem durch den Nucleus suprachiasmaticus (SCN), einem Bereich in unserem Gehirn. Von dieser „inneren Uhr“ erhält der Körper die Information, ob es hell und somit Tag bzw. dunkel also Nacht ist. Die Informationsübermittlung an den gesamten Organismus erfolgt durch bestimmte Botenstoffe, die Hormone. Fehlen diese oder stehen sie nur bedingt zur richtigen Zeit zur Verfügung (altersbedingt und/oder medikamentös hervorgerufen), hat dies massive Auswirkungen auf die Schlafqualität.

Melatonin schaltet auf „Nachtmodus“
Zentrale Rolle bei der Regulierung des Tag-Nacht-Rhythmus spielt das als „Schlafhormon“ bezeichnete Melatonin. Dieses wird während der Nacht vermehrt produziert und freigesetzt, was dazu führt, dass ab ca. 23 Uhr der Befehl „Nachtbetrieb“ an Organe und Zellen weitergegeben wird. Dieser Mechanismus funktioniert allerdings nur bei vollkommener Dunkelheit. Jeder noch so kleine Lichtimpuls stört die hormonelle Ausschüttung. Das „Glückshormon“ Serotonin sorgt morgens bzw. tagsüber für Energie und Antrieb, wirkt stimmungsaufhellend und ist die Vorstufe von Melatonin. Produziert der Körper zu wenig Serotonin, wird oft auch nicht mehr ausreichend Melatonin hergestellt. Dies schlägt sich nicht nur aufs Gemüt, sondern begünstigt auch indirekt Ein- und Durchschlafschwierigkeiten.

Cortisol, mehr als ein Stresshormon
Das sogenannte Stresshormon Cortisol weist ebenso einen ausgeprägten Tag-Wach-Rhythmus auf. Ab 4-5 Uhr in der Früh steigt es kontinuierlich an und erreicht seinen Höchststand gegen 8:30 Uhr. Während des Tages sinken die Werte, bis sie gegen Mitternacht ihren Tiefststand erreichen. Langanhaltender Stress führt zu einem Verlust dieses Rhythmus oder sogar zu dessen Umkehrung mit niedrigen Werten am Morgen und hohen in der Nacht. Weitere wichtige Botenstoffe, die Einfluss auf den Tag-Nacht-Wechsel haben, sind das Wachstumshormon HGH (Human Growth Hormone), die Sexualhormone Testosteron, Östradiol und Progesteron sowie das „Weckhormon“ Orexin. Auch durch die Zeitumstellung kann unsere innere Uhr leicht aus dem Takt geraten. Am 28.3 ist es wieder soweit.

Regina Modl
Regina Modl
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