20.03.2021 15:30 |

Parkverbot

Spion auf Rädern: Chinas Militär verbannt Teslas

Jeweils acht Kameras in den Elektroautos des US-Herstellers Tesla sollen eine „360°-Rundumüberwachung der Fahrzeugumgebung in bis zu 250 m Entfernungen“ gewähren, wie es auf der offiziellen Website des Unternehmens heißt. Dem chinesischen Militär geht das offenbar zu weit. Aus Angst vor Spionage soll es die Autos daher nun aus militärischen Einrichtungen verbannt haben.

Wie Bloomberg unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen berichtet, soll Chinas Militär einen Befehl ausgegeben haben, wonach Teslas außerhalb militärischer Einrichtungen und Grundstücke abgestellt werden müssen. Das Verbot sei durch Befürchtungen ausgelöst worden, dass Tesla über die in den Autos eingebauten Kameras sensible Daten auf eine Art und Weise sammle, die die chinesische Regierung nicht sehen oder kontrollieren könne, zitierte Bloomberg einen Insider.

Fotos der entsprechenden Direktive kursieren dem Bericht nach in chinesischen sozialen Netzwerken. Die nebst Kameras auch mit insgesamt zwölf Ultraschallsensoren und einem nach vorne ausgerichteten Radar ausgestatteten Fahrzeuge könnten demnach, so die Sorge, militärische Standorte preisgeben. 

Musk: „Negative Auswirkungen wären extrem schlecht“
Tesla-Chef Elon Musk wies die Bedenken am Samstag laut „Wall Street Journal“ in einer virtuellen Veranstaltung des Chinesischen Entwicklungsforums zurück: Kein US-amerikanisches oder chinesisches Unternehmen würde es riskieren, sensible oder private Daten zu sammeln und sie dann mit der heimischen Regierung zu teilen, sagte Musk.

„Egal, ob es sich um ein chinesisches oder US-amerikanisches Unternehmen handelt, die negativen Auswirkungen, wenn ein kommerzielles Unternehmen Spionage betreiben würde, wären für dieses Unternehmen extrem schlecht“, wurde der Tesla-Chef zitiert. Wenn Tesla seine Autos in irgendeinem Land für Spionage nutzen würde, so Musk, würde eine entsprechende Funktion überall abgeschaltet werden, was „ein sehr starker Anreiz für uns ist, sehr vertraulich zu sein.“

Der Elektroauto-Hersteller ist übrigens bei Weitem nicht der einzige, dessen Fahrzeuge mit Rundumkameras ausgestattet sind. Sollte sich der Bericht als stichhaltig erweisen, könnten schon bald auch Fabrikate anderer Hersteller unter das Verbot fallen.

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