17.03.2021 06:00 |

Kritik an Impfstopps

Österreich setzt weiter auf AstraZeneca

Nach Berichten über Blutgerinnsel als mögliche Folge von Impfungen hatten die Niederlande, Irland, Dänemark, Norwegen und Island die Verimpfung des schwedisch-britischen Vakzins AstraZeneca am Wochenende ausgesetzt, Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien, Portugal, Slowenien, Zypern, Luxemburg sowie Schweden und Lettland folgten. Und das, obwohl man von der Wirksamkeit des Vakzins überzeugt und ein Zusammenhang noch gar nicht klar ist. Weshalb wohl auch zunehmend Kritik an dem Vorgehen in den Ländern selbst laut wird.

Die Weltgesundheitsorganisation rät bisher zur weiteren Nutzung, die Europäische Arzneimittelbehörde betont, der Nutzen von AstraZeneca sei vorerst größer als mögliche Gefahren. Weiteres wird für Donnerstag erwartet.

In Österreich wird AstraZeneca weiter genutzt. Die Bundesländer selbst riefen weiter Impfdosen ab, so das Gesundheitsministerium, es gebe keine Rückmeldungen, dass das Vakzin nicht verimpft werde. Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) und Minister Rudolf Anschober (Grüne) stellen sich hinter die Entscheidung des Nationalen Impfgremiums: „Wir vertrauen hier auf unsere Experten.“

Impfplan würde „sich etwas verzögern“
Was ein Impfstopp mit AstraZeneca für den Impfplan bedeuten würde? Der würde „sich etwas verzögern“, erklärt das Ministerium der „Krone“, aus derzeitiger Sicht „um einige Wochen nach hinten“. Derzeit würden primär Über-65-Jährige und Hochrisikogruppen geimpft, ein Impfstopp würde also die restlichen Gruppen treffen. Aber dank eines breiten Portfolios an Impfstoffen sei „jedenfalls mehr als genug“ für alle im Land vorhanden.

Impfung als Schutz vor Thrombosen
Thrombosen sind in der Bevölkerung häufig zu finden. In Österreich gibt es rund 8000 Fälle von Thrombosen und Lungenembolien jährlich (siehe Grafik). Eine Häufung nach Covid-Impfungen findet sich vorerst nicht. Thomas Gary, Präsident der Gesellschaft für Internistische Angiologie, spricht laut APA sogar indirekt von einem „Schutz vor thrombotischen Ereignissen durch die Impfung“: Die Rate von Thrombosen und Lungenembolien bei schwer an Covid Erkrankten liege bei mehr als 50 Prozent.

Sieben Thrombose-Fälle in Deutschland
Kleiner plakativer Vergleich: In Deutschland traten bei 1,6 Millionen Impfungen mit AstraZeneca in sieben Fällen Thrombosen auf - bei der Anti-Baby-Pille etwa bekommt eine von 1000 Frauen eine Thrombose und wir nehmen sie bedenkenlos weiterhin.

Wobei in Deutschland konkret Hirngerinnsel in zeitlicher Nähe zum Piks auftraten, während in Österreich eine Krankenschwester an einer schweren Gerinnungsstörung starb und eine Kollegin sowie eine Pflegerin Lungenembolien erlitten. Die Untersuchungen zu allen Fällen laufen noch.

Kronen Zeitung

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