01.03.2021 12:23 |

Hoffnung auf Gipfel

Gastro: „Genaues Datum, alles andere inakzeptabel“

Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt: So hoffen auch die heimischen Wirte weiter auf Lockerungen noch im März, idealerweise zur Monatsmitte. „Wir erwarten, dass ein konkreter Zeitpunkt genannt wird. Wieder ohne Datum zu vertagen, wäre nicht akzeptabel“, sagte Gastronomie-Obmann Mario Pulker am Montag. Die Bundesregierung berät derzeit mit Experten, Ländern und der Opposition, wie es mit den Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus weitergeht. Wirte, Hotels und weite Teile von Kultur und Sport sind seit 17 Wochen geschlossen. Nach „Krone“-Informationen wird zumindest die Gastronomie das bis nach Ostern auch bleiben.

Er sei „sehr gespannt“ auf die Ergebnisse der Beratungen, aber: „So ein unsicheres Gefühl habe ich noch nie gehabt“, sagte Pulker im Vorfeld des Corona-Gipfels zur APA. „Ich bin ja kein Realitätsverweigerer.“ Er räumte ein, dass die Infektionszahlen steigen, führt dies aber auf die vielen Corona-Tests zurück. So lägen die Neuinfektionen zwar des Öfteren wieder über 2000, die Zahl der Krankenhaus-Aufnahmen und die Auslastung der Intensivstationen sei aber weiter relativ niedrig - auch wenn die Patientenzahlen in den Spitälern wieder steigen. Das Verhältnis sei trotzdem ein anderes als im Herbst, weil man mit den vielen Tests auch milde und asymptomatische Infektionen finde.

März für Wirte-Vertreter ein guter Zeitpunkt zum Öffnen
Der Wirte-Vertreter ist jedenfalls der Ansicht, der März sei ein guter Zeitpunkt zum Öffnen, da viele Saisonbetriebe ohnehin nicht mehr oder noch nicht aufsperren würden. Ebenso blieben viele Gaststätten, die von Touristen abhängig sind, zu. Die Lockerung betreffe daher vorerst nur die Ganzjahresbetriebe.

Was auf gar keinen Fall gehe, wäre, eine Lockerung in Aussicht zu stellen, diese dann aber kurzfristig abzusagen. Also wenn eine Öffnung am 15. März erlaubt würde, müsse das Datum halten. „Aufsperren und Zusperren ist tödlich, da sind die Betriebe erst recht hin“, so Pulker. Für den Wareneinkauf bei den Großhändlern und für das Zurückholen der Mitarbeiter aus der Kurzarbeit oder vom AMS brauche man rund zehn Tage.

Gewerbeverein drängt auf Alles-oder-nichts-Strategie
Der Gewerbeverein drängte am Montag auf eine Alles-oder-nichts-Strategie. Die Regierung müsste eine klare Entscheidung treffen. „Entweder ist es allen Unternehmen und Institutionen sofort gestattet aufzusperren oder wir gehen nochmal alle in einen kompletten Lockdown bis nach Ostern. Halbe Maßnahmen, das zeigen die Zahlen, wirken zusehends kontraproduktiv“, sagte Peter Lieber, Präsident des Österreichischen Gewerbevereins. „Wir sind aber davon überzeugt, dass diese Entscheidung nur Aufsperren! heißen kann. Dass trotz kluger Präventionskonzepte die Gastronomie, die Theater oder die Hotels nicht aufsperren dürfen, bleibt unerklärbar.“

60 Prozent würden sich für Wirtshausbesuch testen lassen
Sechs von zehn Befragten gaben in einer jüngst durchgeführten Umfrage an, sie würden für den Besuch eines Wirtshauses einen Corona-Test machen. 90 Prozent erklärten, dass sie dafür auch Maßnahmen wie Handdesinfektion, die Einhaltung von Abständen und die Beschränkung der Ausschank im Freien auf sich nehmen würden.

Harald Dragan
Harald Dragan
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