Garage als Verkehrsmagnet? Oder doch grüne Rettung fürs Linzer Grätzl? Linzplus-Gemeinderätin Brita Piovesan sorgt im Kaplanhofviertel für Staunen: Erst kämpfte sie mit Petition und Pfusch-Vorwürfen gegen die Tabakfabrik-Hochgarage. Jetzt legt sie nur 100 Meter weiter ein eigenes Sechs-Stock-Projekt als „Pilot-Quartiersgarage“ vor.
Was in den vergangenen Wochen im Kaplanhofviertel noch undenkbar war, soll jetzt die Lösung sein: Linzplus-Gemeinderätin Brita Piovesan entdeckt die Garage neu.
Online-Petition gegen zusätzliche Garage
Rückblick: Im Oktober wurde im Stadtsenat der Bau einer neuen Hochgarage für die Tabakfabrik beschlossen. Für Piovesan – selbst Anrainerin – ein absolutes No-Go: Sie warnte vor negativen Folgen für das bereits verkehrsbelastete Grätzl, würden ihrer Meinung nach die Petzold- und Holzstraße sowie die Lederergasse durch die Garage noch mehr zu Durchzugs- und Zubringerrouten werden.
Umgehend hatte sie als Sprecherin der Bürgerinitiative „Tabakfabrik – wir reden mit!“ unter dem Titel „Keine zusätzliche Garage im Kaplanhofviertel“ eine Online-Petition gestartet, die sich bis Freitag über überschaubaren Erfolg (knapp 390 Unterstützer) freuen durfte.
Piovesan warnt vor Tabafabrik-Garagen-Pfusch
Freitag wurde Piovesan noch deutlicher, forderte den sofortigen Baustopp und sprach von einem „Tabakfabrik-Garagen-Pfusch“. Und das, obwohl sie einen Tag davor noch selbst mit einem Gemeinderatsantrag aufhorchen ließ: Sie fordert eine neue, sechsgeschoßige Garage. Diesmal jedoch als „Pilotprojekt Quartiersgarage“, das nur rund 100 Meter entfernt von dem von ihr kritisierten Tabakfabrik-Projekt liegt.
Die Tabakfabrik-Garage ist ein Verkehrserreger. Eine Quartiersgarage schafft Parkplätze für Anrainer und gibt öffentlichen Raum frei.
Brita Piovesan, Linzplus-Gemeinderätin
„Gute“ und „böse“ Garage
Während Piovesan zuvor vor zusätzlichen 600 bis 800 täglichen Autofahrten warnte, klingt die Argumentation für „ihre“ Garage plötzlich anders: Quartiersgaragen seien „perfekt für bestehende Viertel“, würden öffentlichen Raum freispielen, Innenhöfe entsiegeln, Bäume ermöglichen und die Lebensqualität verbessern. Die Garage würde Autos aus dem Quartier holen und damit zur Verkehrsentlastung beitragen.
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